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PWA Sylt 2016: Mussolini triumphiert bei Traumauftakt

Drei Meter Welle, drei gebrochene Masten: In roughen und sehr kräftezerrenden Bedingungen gewann Alex Mussolini zum zweiten Mal die Single Elimination auf Sylt.

Auftakt nach Maß beim Windsurf World Cup auf Sylt! Nach vier langen Jahren konnte heute am Brandenburger Strand endlich wieder zählbares aufs Papier der Waverider gebracht werden. Für die Vorhersage von fünf bis sechs Windstärken und jeder Menge Welle verlegten die Eventorganisatoren die ersten Heats schon vor den offiziellen World Cup-Start – kluge Entscheidung! Somit hieß es an Tag eins des größten Windsurf Events der Welt: Wave-Action statt Eröffnungszeremonie. Die auf 20 Uhr verschobene Präsentation der Fahrer und Nationen war am Abend der krönende Abschluss eines erfolgreichen Tages. Dazu aber später mehr. Das Hauptgeschehen spielte sich zuerst glücklicherweise auf den zwei bis drei Meter hohen Nordseeschönheiten ab. Um Punkt elf Uhr schickte die Crew rund um Duncan Coombs die Fahrer der Trials aufs Wasser. Und da waren die deutschen Teilnehmer gleich erheblich in der Überzahl. Mit Sylt-Local Marius Herrmann, Südcupsurfing-Besitzer Chris Bünger und Nachwuchsrakete Julian Salmonn gingen gleich drei Jungs mit Heimvorteil ins Rennen.

In Heat eins der Trials setzte sich Polens Maciek Rutkowski mit schönen Wellenritten durch und ließ für einen blendend aufgelegten Martin ten Hoeve nur den zweiten Rang übrig. Im Folgeheat gewann überraschenderweise Gustav Haggstrom aus Schweden vor dem Sylter Marius Hermann. Anschließend konnte Julien Quentel mit Ach und Krach den 18-jährigen Julian Salmonn auf die Zwei verdrängen – der Deutsche musste somit ebenso wie ten Hoeve und Herrmann in die zweite Qualirunde. Trotz massiver Backside Airs und schönen Backloops von Julian gewann der Holland-Hüne den letzten Trials-Heat und löste somit das finale Ticket für den Mainevent.

PWA Sylt 2016: Mussolini triumphiert bei Traumauftakt

Herren
Verrückter als heute kann das Wetter nicht sein: An nur einem Tag wechselte sich auf Sylt die Sonne mit Wolken, Regen, Gewitter, Sturm, Flaute, Winter und Spätsommer im Zehn-Minuten-Takt ab. Auch die Windrichtung drehte leicht zwischen Südwest und Westnordwest hin und her. Das tat dem spektakulären Treiben auf dem Wasser allerdings keinen Abbruch. Bei Hightide und einem Shorebreak, der gleich drei Masten fraß, zeigte gerade Moritz Mauch im Auftaktheat, weshalb er einer der Besten im Wellenabreiten ist. Während der Wind plattauflandig die Logo-hohen Wasserberge Richtung Promenade schob, setzte der Pozo-Local tatsächlich zu Aerials an – mit Erfolg! So scorte er zwei Wellen jenseits der Acht-Punkte-Marke. Auch die Syltkenner Bruch, Jamaer und Voget ließen sich in der ersten Runde nicht den Speck vom Teller klauen und zogen souverän in die nächste Runde ein. Der Kieler Max Droege musste in seinem ersten Heat gleich gegen das derzeitige Maß aller Dinge: Victor Fernandez ran. Für den Sailloft-Rider baute sich leider keine vernünftige Welle vor der Nase auf, weshalb er sich recht deutlich geschlagen geben musste. Besonders brisant: Ricardo Campello verlor punktgleich gegen den glücklichen Dänen Kenneth Danielsen. Nach kurzer Flautenpause ging es mit den Top-16 weiter.

In der zweiten Runde warf der blendend aufgelegte Mauch tatsächlich noch mit 0,5 Punkten Rückstand gegen Swift das Handtuch – ärgerlich für den Deutsch-Kanario. Klaas Voget haute wenig später Brawzinho raus (!), ehe Leon Jamaer gegen Alex Mussolini den Kürzeren zog. Als letzter Deutscher sicherte sich Dany Bruch ein Ticket für das Viertelfinale.
Wenig Überraschungen in der angesprochenen Runde, wo leider Klaas Voget und Dany Bruch gegen die derzeit zwei besten Fahrern der Tour (Mussolini und Fernandez) Tschüs sagen mussten. Das Halbfinale hieß somit Stone versus Traversa und Mussolini versus Fernandez. Und dieses sollte nicht weniger überraschend sein als das Wetter: Alex Mussolini, der dieses Jahr eine absolute Top-Saison fährt, schlug den amtierenden Tabellenführer Fernandez mit einem Punkt Vorsprung. Auch Waveride-Gott Jaeger Stone aus Australien packte etwas ungeahnt gegen den französischen Ex-Weltmeister Thomas Traversa die Sachen.
Im Finale bei Sonnenuntergang und einer unfassbaren Kulisse standen sich somit Traversa und Mussolini gegenüber. Weniger traumhaft entwickelte sich indes der Wind, weshalb die Action im letzten Heat des Tages ein wenig abflaute. Mit weniger als einem halben Punkt setzte sich der Spanier gegen seinen Kumpel aus Frankreich durch – Glückwunsch! Sollte der Wind in den nächsten Tagen keine weiteren Waveride-Eliminationen mehr zulassen, hat Musso damit den Eventsieg in der Tasche.


PWA Sylt 2016: Mussolini triumphiert bei Traumauftakt

Damen
Deutsches Aufeinandertreffen gleich im allerersten Heat: Caro Weber nahm es mit der Nachwuchssurferin Lina Erpenstein auf und musste sich nach den 14 Minuten geschlagen geben. Besser machte es Steffi Wahl, die ihren ersten Heat mit vier Punkten Vorsprung gewann. Leider schieden sowohl Wahl als auch Erpenstein in der zweiten Runde gegen Sarah-Quita und Amanda Beenen aus. Für die Besieger des Deutschland-Duos war allerdings schon einen Heat später gegen die spanischen Moreno-Zwillinge Schluss. Das bedeutete ein weiteres Finale, das Daida und Iballa unter sich ausmachten. Und abermals hieß es: Sieg für Iballa! Dass Sarah-Quita Offringa kurz vorm Dunkelwerden noch Dritte wurde, blieb an diesem Tag nur eine Randnotiz.

Von der nassen Bühne Nordsee ging es direkt auf die trockene, oben auf der Promenade. Im Scheinwerferlicht liefen die zahllosen Competitors aus den Disziplinen Slalom, Welle und Freestyle unter großem Jubel der Zuschauermenge auf. Zusammenfassend kann man sagen: Besser hätte der 34. World Cup Sylt nicht beginnen können!

Für morgen steht Slalom auf dem Programm – wir berichten natürlich. Stay tuned!

Fotos: Joern Pollex / Moritz Beck / Hoch Zwei, John Carter / PWA


Alle Bilder (9):
Tolle Kulisse im Finale: Thomas Traversa verliert knapp gegen Alex Mussolini.
Der Wind wechselte im Laufe des Tages zwischen Side- und Onshore.
Klaas Voget legte in den ersten Runden gut los!
Immer mal wieder zogen Regen- und Gewitterfronten durch das Wettkampffeld.
Julian Salmonn erwischte eine totale Low-Wind-Phase.
TT beim Backloop.
Massiver Backside-Air von Julian.
Klaas kennt die Sylter Bedingungen – das zeigte er heute eindrucksvoll.
Sich in den Shorebreak zu trauen kann auch böse enden. Klaas gewann dieses Duell.






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