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PWA Sylt 2017: Dreifacher Showdown im Shorebreak

Gleich drei Titel werden an der deutschen Nordsee-Küste vergeben. Die Vorhersage sieht top aus.

Es ist wieder Zeit für den größten Windsurf-Worldcup der Welt: Morgen startet der Mercedes-Benz PWA Super Grand Slam auf Sylt. Ganze zehn Tage sind die besten Windsurfer der Welt auf Deutschlands nördlichster Insel versammelt. Immerhin geht es um 120.000€ Preisgeld und - viel wichtiger - um die Weltmeisterschaft in den Disziplinen Wave der Damen und Herren und im Freestyle der Herren. Auch bei den Slalom-Racern steht einiges auf dem Spiel, Antoine Albeau kann sich mit einem Sieg vor dem Brandenburger Strand beim vorletzten Event der Tour schon vorzeitig "seinen" Titel zurückholen.

Ebenfalls auf Sylt dabei: Die Crème de la Crème der deutschen Windsurf-Szene. Wir haben einen Großteil des Team Germany schon vor dem Worldcup kurz interviewt. Besonders spannend wird es für den dreifachen Wave-Weltmeister Philip Köster. Nach einem phänomenalen Comeback von einer langwierigen Knie-Verletzung steht er aktuell noch ungeschlagen auf Platz 1 der Wave-Weltrangliste. Und die Vorhersage sieht aktuell sogar stark nach Waveriding aus! Für Titel Nummer 4 muss er sich nun jedoch noch ein letztes mal im angsteinflößenden Shorebreak vor Sylt beweisen.

PWA Sylt 2017: Dreifacher Showdown im Shorebreak
PWA Sylt 2017: Dreifacher Showdown im Shorebreak

Wave
Die schlechte Nachricht vorweg: Der Worldcup auf Maui, für viele durch die Traum-Bedingungen das absolute Saison-Highlight, wurde abgesagt. Es konnte auch aus der der Windsurf-Industrie leider kein Sponsor gefunden werden. Ohne den vierten Tourstopp fällt die Entscheidung in der Weltmeisterschaftsfrage auf Sylt. Köster kann eigentlich nur der amtierende Weltmeister Victor Fernandez in die Quere kommen. Beide sind extrem gute Wettkämpfer und kommen auch mit dem Onshore-Hack auf Sylt bei mörderischem Shorebreak und massiver Strömung zurecht. Andererseits haben sie auch nur kleinen Raum für Fehler. Einmal angenommen der Wind oder die Wellen reichen nur für eine Single Elimination, und Köster und Fernandez fliegen in den ersten Runden zum Beispiel wegen Materialbruchs im Shorebreak raus - dann könnte es doch noch eine knappe Kiste werden. Ohne Maui gibt es keinen Streicher in der Weltrangliste. Marcilio Browne und Thomas Traversa haben somit zumindest noch Außenseiterchancen auf ihren jeweils zweiten Weltmeistertitel.

Aus Deutschland gehen gleich zehn (!) Waverider an den Start. Von den Deutsch-Kanarios sind neben Philip Köster auch Alessio Stillrich, Moritz Mauch, Dany Bruch und Julian Salmonn dabei. Außerdem mit von der Partie sind natürlich Florian Jung, Klaas Voget aus Hamburg und der amtierende Deutsche Meister Leon Jamaer aus Kiel. Auch Sylt-Local Marius Herrmann und Freestyler Adi Beholz werden in den schwierigen Bedingungen sicher für eine Überraschung gut sein.

Bei den Damen wird es leider nicht mehr so spannend. Wie quasi jedes Jahr findet der Showdown zwischen den spanischen Moreno-Twins statt. Daida Moreno wird versuchen ihrer Schwester, der amtierenden Weltmeisterin und Führenden der Weltrangliste den Titel noch abzunehmen. Und wie wir wissen: Auf Sylt kann alles passieren. Aus deutscher Sicht wird besonders das Abschneiden von Lina Erpenstein interessant. Schafft sie es einen Platz vor Sarah-Quita Offringa zu laden, kann sie dritte Weltmeisterin hinter den Morenos werden.



Freestyle
Im Freestyle wird es zu einer Neuauflage des spektakulären Finales der letzten Saison kommen. Die Frage ist, ob Gollito Estredo einen weiteren, achten Weltmeisterschafts-Pokal in sein Regal stellen kann, oder ob Amado Vrieswijk seinen ersten Titel erringen kann. Der junge Vrieswijk ist eine absolute Maschine, wenn es um die neuesten Air-Moves geht, aber Gollito hat letztes Jahr erneut bewiesen, dass vor Sylt auch Wettkampf-Erfahrung in der Entscheidung zwischen Sieg und Niederlage das entscheidende Zünglein an der Waage sein kann.

Auch aus Deutschland ist eine Menge Freestyle-Prominenz dabei: Julian Wiemar, Valentin Böckler, Tilo Eber, Marco Lufen und natürlich Adi Beholz haben ihren häufig karibischen Konkurrenten zumindest was das Freestylen in eiskaltem Wasser angeht etwas voraus.



Slalom
Antoine Albeau ist in dieser Saison einmal mehr in Top-Form. Er hat die letzten drei Slalom-Events gewonnen und sitzt an der Spitze der Weltrangliste fest im Sattel. Ein Sieg würde ihm einen weiteren Weltmeistertitel bescheren. Sein ärgster Rivale ist der amtierende Weltmeister Matteo Iachino. Er muss endlich ein Event gewinnen, um den Druck auf Albeau aufrecht zu erhalten. Und Sylt ist sein Revier: Letztes Jahr konnte er vor dem Brandenburger Strand drei von vier Eliminations gewinnen. Kann er nur ansatzweise an seine Form des letzten Jahres anschließen, wird er kaum zu stoppen sein.

Neben Worldtour-Regular Sebastian Kördel sollten man auch die Augen bei dem amtierenden Formula-Weltmeister Vincent Langer und dem frischgebackenen Deutschen Meister im Slalom Gunnar Asmussen offen halten. Sie surfen im Jahr mehrere Regatten auf Sylt und kennen das Revier wie ihre Westentasche. Sie haben das Zeug dazu in der absoluten Weltspitze mitzufahren.


PWA Sylt 2017: Dreifacher Showdown im Shorebreak

Aktuell scheint sich die gute Vorhersage zu stabilisieren. Es wird Wind kommen - vielleicht kann sogar von Montag bis Mittwoch sogar Wave gefahren werden. Mit gleich drei zu vergebenden Titeln werden die PWA Judges sicher jeden einzelnen Knoten Wind ausnutzen. Wir werden natürlich wieder täglich berichten und euch auf dem neusten Stand halten.

Stay tuned!

Fotos: PWA/John Carter

Alle Bilder (34):
Gollito und Amado Vrieswijk im letztjährigen Finale
Gollito Estredo
Amado Vrieswijk
Thomas Traversa, Tweaked
Gollito extrem hoch
Gollito, Shaka
Max Matissek
Antoine Albeau
Julien Centel
Giovanni Passani
Wie immer: viel los am Brandenburger Strand
Antoine Albeau
Fight mit bekannter Kulisse
Questel auf einem Foil
Martini in Führung
Taty Frans
Ross Williams
Adam Lewis
Alice Arutkin
Ricardo Campello
Daida Moreno
Blick auf die Eventzone
Lebt inzwischen in Hamburg: Graham Ezzy
Mit Style: Jaeger Stone
Victor Fernandez, der derzeit Zweitplatzierte
Alex Mussolini
Lina Erpenstein
Leon Jamaer
Moritz Mauch
Omar Sanchez
Thomas Traversa
Backloop: Alex Mussolini
Moritz Mauch
Aus Dänemark: Kenneth Danielsen






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