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Freeride vs. Freerace

Komfortable Freerider oder bissige Freeracer – wer hat die Nase vorn? In diesem Test vergleichen wir zwei der beliebtesten Board- und Segel-Set-ups und erklären die Vor- und Nachteile.

All diejenigen, die sich ihre Dosis Adrenalin besorgen, indem sie mit Hochgeschwindigkeit über glatte Pisten brettern und durch nicht weniger rasante Halsen jagen, werden zu einem früheren oder späteren Zeitpunkt wohl mit der Frage konfrontiert, welches Equipment wohl zur optimalen Ausschüttung des berauschenden Botenstoffs führt. Setzt man auf ein einfach zu surfendes Freeride Setup? Die Vorstellung grenzenloser Kontrolle und einfachen Aufriggens dank camberloser Segel lockt. Oder entscheidet man sich für das schnellste Racing Equipement das die Geldbörse eben noch so erlaubt? Argumente wie halsbrecherische Geschwindigkeit, Gänsehaut auf dem Rücken und – seien wir an dieser Stelle ehrlich- ehrfürchtige Blicke am Strand scheinen zu überzeugen. Vielleicht liegt die Lösung aber auch irgendwo zwischen diesen Extremen und wartet auf den Geschwindigkeitsfanatiker unter den Windsurfern in Form eines Freerace Setups. Diese Überlegungen haben durchaus ihre Berechtigung! Rein theoretisch sollte das professionelle Race Equipment natürlich auch das schnellste sein, interessant wäre aber auch zu wissen, wie groß diese Unterschiede sind und wie hoch das Fahrkönnen sein muss, um davon zu profitieren! Deswegen haben wir drei verschiedene Tabou/Simmer Setups (Freeride, Freerace und Race) nach Teneriffa entführt um genau diesen Fragen auf den Grund zu gehen...

Freeride vs. Freerace
Von links nach rechts: Freeride, Freerace und Race (Tabou Rocket 115 Ltd und Simmer VMax, Tabou Speedster 75 LTD und Simmer 2XC, Tabou Manta 71 Team und Simmer SCR)

Für das Freeridelager geht das schon legendäre Tabou Rocket mit einem camberlosen Simmer VMax in das Rennen. Die Freeracesparte vertritt das Tabou Speedster mit einem Simmer Twin Cam 2XS als Motor. Die vollblütigen Racer werden von Ross Williams (seines Zeichens erfolgreicher PWA Racer) persönlichen Tabou Manta repräsentiert, ausgestattet mit einer F-Hot Karbonfinne und einem Simmer SCR Racesegel. Für alle Segel verwendeten wir identische North Platinum Gabelbäume aus 100% Karbon.

Bereits am Strand machen sich die ersten Unterschiede bemerkbar. Die beiden gecamberten Segel sind deutlich schwerer als das camberlose VMax. Die These, dass Cambersegel schwerer aufzuriggen seien, ist wohl eines der häufigsten angeführten Negativargumente in Bezug auf Racesegel. An diesem Punkt machten sich die Unterschiede im Praxistest jedoch weniger bemerkbar als angenommen. Zwar müssen die Camber an den Mast gedrückt werden, durch die breitere Masttasche (vor allem des Racesegels SCR) ließ sich der Mast jedoch deutlich einfacher einfädeln.

Die Boards haben alle ein (ungefähr) gleiches Volumen und sollten laut Herstellerangaben perfekt mit 7.0er Segeln harmonieren. Überraschend ist in diesem Zusammenhang die subjektiv wahrgenommene Größe der Boards: das Speedster macht einen deutlich größeren Anschein, was durch 12cm mehr Maximalbreit im Vergleich zum Rocket untermauert wird!

Simmer SCR, 7,0 qm
Gabel: 205 cm
Vorliek: 465 cm
Cams: 4
Latten: 8
Auf dem Wasser lassen sich kaum Unterschiede bezüglich der Frühgleiteigenschaften ausmachen. Jede Kombination hat seine eigenen Vor- und Nachteile. Das camberlose Freeride Rig entwickelt mit Abstand am meisten Zug und hievt das Board damit mit Nachdruck über die Gleitschwelle. Das relativ schmale Rocket und seine kleinere Finne scheinen diesen Charakter etwas abzuschwächen; trotzdem ist dieses Setup auch mit geringem technischen Input am einfachsten in das Gleiten zu bringen. Das Speedster hingegen profitiert in diesem Bereich von seiner Breite und von seiner Finnengröße. Auch wenn das mit zwei Cambern ausgestattete 2XS in der Angleitphase weniger Zug als sein camberloser Stallgefährte VMax entfaltet, beschleinigt es, einmal in Fahrt, effizienter. In Kombination war das Freerace Paket mit kleinem Abstand als erstes im Gleiten. Das Race Setup hat viele Komponente, die sich positiv auf das Angleiten auswirken müssten: Breite, eine leistungsfähige Finne und eine schnelle Rockerlinie. Das professionelle Racesegel liegt jedoch steifer und schwerer in den Händen als seine gedrosselten Mitstreiter. Dadurch entwickelt es seine Kraft am langsamsten. Sobald es jedoch im Gleiten ist, beschleunigt es mit Abstand am besten.

Tabou Manta 71 Team
Volumen: 116 l
Länge: 233 cm
Breite: 71 cm
Finne: 38 cm, F-Hot
Alle Heizer unter den Windsurfern wollen natürlich vor allem eines: Geschwindigkeit! Die Unterschiede der drei verschiedenen Setups variierten dabei stark bei verschiedenen Wasseroberflächen. Auf glattgebügelter Piste machten sich die Unterschiede im Topspeed am deutlichsten bemerkbar. Das Race Material hinterließ dort den leistungsfähigsten Eindruck. Das SCR verlangt durch sein Extragewicht und den höheren Topspeed physisch am meisten von seinem Piloten ab. Dabei offenbarte es seine „Ganz oder gar nicht“ Mentalität. Völlig dichtgeholt und mit geschlossenem Unterliek erledigt das Material den Großteil der Arbeit und es fühlt sich an, als würde man über die (glatte) Wasseroberfläche fliegen. Halbe Sachen scheint das Equipment jedoch nicht zu mögen. Sobald das Segel leicht geöffnet wird beginnt sich das Board aufzukanten, was zu ernsthaften Kontrollproblemen führt. Dagegen verhält sich das Freeride Setup um vieles fehlerverzeihender. Egal wie hart oder schon beinahe nachlässig es gesurft wird, das Material behält treu die Kontrolle und Spur. Wie zu erwarten, ist das Freerace Material dazwischen anzusiedeln, wenn auch mit leichten Tendenzen zum Racing Equipment. Während das Race Setup in jeder Bö weiter beschleunigt, erreicht das Freeride Equipment eine spürbare Grenze beim - trotzdem beeindrucken - Topspeed. In diesem Bereich muss ich das Freeride Equipment mit der roten Laterne begnügen, das Race Setup stürmt vorweg, knapp gefolgt vom Freerace Paket.











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