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Quatro Cube 2016 im Test

Kurz, kürzer, Quatro: Was Keith Teboul und Co. dieses Jahr als Quad anbieten, kann man problemlos in einem Mini verstauen. Der Anblick des sehr modernen und kompakten Shapes weckt zwar bei jedermann schnell Interesse, schreckt allerdings auch manche frühzeitig ab. WINDSURFERS hat Quatros neue Wunderwaffe einmal genauer unter die Lupe genommen.

An Land

Fakten: Mit 2,18 Metern gehört der aktuelle Quad aus dem hawaiianischen Hause Quatro zu den kompaktesten und kürzesten Waveboards der Welt. Zwar wurde schon im Vorjahr reichlich an der Länge gespart, im Vergleich zum 2014er Modell oder den Maßen der Konkurrenten fehlen nun allerdings satte zehn Zentimeter! Ähnlich wie beim Stubby (Fanatic) hat die innovative Form des Cubes ihren Ursprung beim Wellenreiten, wird allerdings mit den Merkmalen einer klassischen Outline gepaart. Quatros Version basiert somit auf einem völlig neuen, interessanten Konzept.

Die fehlende Länge setzt sich beim Quad beispielsweise nicht auf der Hüfte an, da selbst die breiteste Stelle lediglich gewöhnliche 55,5 Zentimeter misst, was das gesamte Board ziemlich kurz und handlich wirken lässt.

Auf den zweiten Blick wird allerdings schnell klar, wo das von Teboul entwickelte Waveboard seine 80 Liter versteckt. Eine breite und pummelige Nose, sowie die vergrößerte Höhe im Fußschlaufenbereich, machen die fehlenden Längenzentimeter wieder wett.

Auch die Rails wirken zuerst recht massig, werden allerdings am Unterwasserschiff mit einer Tucked-Under-Edge-Kante versehen und laufen Richtung Heck dünn aus. Das relativ breite Squash-Tail unterstützt dabei den modernen und kompakten Look des 2016er Cube.

Der nach vorne verlagerte Schwerpunkt im Zusammenspiel mit Double-Concave und dem Stand in Hecknähe garantieren - laut Hersteller - maximale Drehfreudigkeit bei gleichzeitig hohem Speed.

Quatro Cube 2016 im Test
Quatro Cube 2016 im Test

Optik: Über Design lässt sich bekanntlich streiten - wir finden den Mix aus klassischer und gleichzeitig sehr moderner Optik allerdings gelungen. Der Grundton in weiß mit dem durchschimmernden Carbon sollte typischerweise nahezu jeden Geschmack treffen. Zwischen Mastspur und Heck feiern die Macher dann jedoch Karneval: Mit Grün, Blau und Gelb ist einerseits für jede erdenkliche Segelfarbe ein Gegenspieler vorhanden, andererseits hätte man hier auch den Ball etwas flacher halten können. Besonderer Hingucker sind wiederum die in Neonfarben getauchten Finnenkästen. Apropos Finnen: Hier bleibt Quatro seiner Linie treu und liefert das MFC QS 300-Paket mit zwei 15ern (US-Box) und zwei 9ern (Mini-Tuttle). Allerdings sind diese erstmalig nicht aus G-10 sondern dem etwas leichteren, dafür auch deutlich fragileren, Carbon (dazu aber später mehr). Die Position der Finnen erinnert dabei etwas an Wellenreiter und lässt einen früh die Ambitionen der Macher erahnen.

Trimm: Dank der Mini-Tuttle-Boxen hat man nur bei den Center-Finnen, den Schlaufen und natürlich dem Mastfuß einen gewissen Spielraum. Die Twins können jedoch lediglich minimal verschoben werden, weshalb es hier mehr oder weniger zwangsweise auf eine neutrale Position hinausläuft. Interessanter sieht es bei den Schlaufen aus: Dabei sollte darauf geachtet werden, dass die hintersten Plugs benutzt werden. Da der Stand nach innen und vorne verschoben wirkt, ist unserer Meinung nach so am einfachsten und effektivsten für die maximale Radikalität des Boards gesorgt. Tipp: Die hintere Fußschlaufe zwischen dem Tail Pad Kick einschrauben und dann von hinten nach vorne arbeiten.

Auf dem Wasser

Boards des glatzköpfigen Shape-Gurus KT wurden früher regelmäßig als reine Waveboards für Side-off-Bedingungen abgestempelt. Dass dies so nicht stimmt, haben schon die Modelle der letzten Jahre offenbart. Der Cube ist eine echte Allroundwaffe, die weder bei unsortiertem Onshore noch feinsten Reefbreaks Ladehemmungen zeigt.

Wer noch nie eines der ultra-kurzen New School Boards fuhr, wird die ersten zwei bis drei Schläge die fehlende Länge allerdings nicht nur optisch merken. Das Board fordert beim Gleiten eine aktive Fahrweise und eine Druckverlagerung auf den vorderen Fuß. Wer jedoch regelmäßig in der Welle unterwegs ist, gewöhnt sich problemlos und in Nullkommanix an das moderne Brett.

Positiv: Spätestens nach dem ersten Bottom Turn verfliegen alle Zweifel in Sekundenschnelle. Der Grip während des Turns ist einmalig! Sowohl langgezogene Kurven über den vorderen Fuß als auch schnelle, radikale Dreher übers Heck meistert der Cube mustergültig. Und das Beste hierbei: Der Speed geht eigentlich nie verloren. Kaum ein Brett auf der Welt bringt einen so sicher, fehlerverzeihend und gleichzeitig radikal zur Lippe der Welle. Wer den Bottom Turn nie richtig beherrschte, wird ihn spätestens auf dem Cube lernen.

Auch beim Cutback ist nun etwas mehr Grip im Vergleich zu den Vorgängermodellen vorhanden. Zu viel Belastung auf dem hinteren Fuß lässt einen allerdings weiterhin schnell wegschmieren - das kann in manchen Situationen aber natürlich gewünscht sein.

Selbst - oder gerade - bei Starkwind macht Quatros Allzweckwaffe eine gute Figur, da der Cube seelenruhig im Wasser liegt. Bei ruppigen Bedingungen ist diese endlose Kontrolle ein absolutes Highlight!
Auch Windlöcher durchgleitet der Quad in der Regel und hält besonders auf der Welle seine Geschwindigkeit phänomenal.

Kritik: Dieser moderne Wave-Shape bringt sicherlich seine Nachteile in puncto Geschwindigkeit mit sich, allerdings nur, wenn man Parallelen zu Boards mit weniger Finnen zieht. Die Brettform des Cubes und die Position der Finnen verhindern somit zwar einen Topspeed wie bei den flacheren Thrustern, dennoch ist er schneller als die meisten anderen Quads auf dem Markt.

Auch beim Angleiten ist der Cube sicherlich kein AMG Mercedes. Diese Aspekte beziehen sich jedoch eher aufs Freeriding, für den Spaß in der Welle entwickelt das Vierfinnenbrett ein gutes Tempo.

Ein klarer Kritikpunkt sind wiederum die Finnen: Die neue Carbontechnologie garantiert zwar geringes Gewicht und sicherlich tolle Fahreigenschaften, ist jedoch fragiler als ein rohes Ei. Wenn die Finnen beim Aussteigen steinigen Untergrund berühren, drohen schnell hohe Investitionskosten. Sind diese nämlich einmal angeditscht, lässt das Materials leider kaum Reparaturen zu.

Ergänzung: Seit der Erstauslieferung des Boards wurde das Konzept mehrmals grundlegend überarbeitet, weshalb sich die Finnen nun (Februar 2016) bereits in der vierten Generation befinden. Dank bi-axialem Carbongewebe ist für eine wesentlich höhere Robustheit, bei gleichzeitig hervorragenden dynamischen Eigenschaften, gesorgt.

Quatro Cube 2016 im Test

Fahrkönnen: Wer in den Wellen sicher unterwegs ist und in unterschiedlichsten Bedingungen fährt, trifft mit dem Cube eine super Wahl. Die perfekte Drehfreudigkeit in Kombi mit den ruhigen und fehlerverzeihenden Eigenschaften machen den Cube zu einem klasse Allrounder. Das Board verlangt zwar eine aktive Fahrweise, gleitet allerdings bei richtiger Behandlung früh und gut los. Spätestens dann bringt es einen auf das nächste Level!

Fazit: Quatros Cube ist ein Waveboard, wie man es sich wünscht! Trotz der enormen Drehfreudigkeit strahlt das Brett eine angenehme Ruhe aus und bietet in den Turns einen starken Grip. Alls super Allrounder funktioniert es hinzukommend von Side-off bis hin zu typischem Onshore in allen Bedingungen. Das „easy Riding“, was der Cube ermöglicht, ist trotz der radikalen Eigenschaften phänomenal und macht ihn zur Top-Wahl für nahezu jeden Fahrertyp.

Ausstattung: Das Brett wird mit vier MFC-Finnen (QS 300) und drei MFC-Schlaufen geliefert.

Preis: 2199 €


2016 Quatro Cube from Stephan Boeker Films on Vimeo.



Weitere Infos: quatrointernational.com.



Alle Bilder (11):






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