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Test: Goya Custom Quad 118l

Seit der Renaissance der Multi-Fin Boards wurden die Waveboards Jahr für Jahr größer. Früher galt ein 85l Waveboard als groß, inzwischen sind jedoch auch 100l bei den radikalen Wellenschlitzern keine Seltenheit. Aber das ist noch gar nichts: Für 2014 geht Goya einen gewaltigen Schritt weiter und designte ein 118l Waveboard.

In diesem Test erfahrt ihr, wie groß Waveboards werden können, ob man noch größere Waveboards überhaupt braucht und am wichtigsten: ob sie funktionieren. Wir haben ein paar XL-Klone zum Testen nach Teneriffa geschickt…

In den letzten Jahren sind die Waveboards kontinuierlich gewachsen. Vor nicht allzu langer Zeit sind wir noch Single-Fins gefahren und ein 85l Board galt als eine Paarung aus Schwerfälligkeit und miesen Wendeeigenschaften. Aber Zeiten ändern sich und seit das Zeitalter der Multi-Fins angebrochen ist, sind wir nun in der Lage größere, fehlerverzeihendere Boards (sie gehen nicht einfach unter, wenn man etwas falsch macht) mit mehr Kontrolle bei starkem Wind und einem looseren Gefühl zu fahren, die gleichzeitig auf der Welle auch noch besser drehen.

Nachdem dies nun gesagt ist, müssen wir zugeben, dass der Goya Custom Quad in 118l das größte Waveboard ist, das wir je aus Produktion oder als Custom gesehen haben. In der letzten Zeit wurden zwar von allen Marken größere Waveboards mit 95 bis 105 Litern Volumen in unterschiedlichsten Shape-Variationen und mit unterschiedlichem Erfolg auf den Markt gebracht, aber Goya ist die erste, die es mit einem Waveboard in so einer extremen Größe versucht.

Auf den ersten Blick sieht dieses Board anders aus - sehr anders! Goya hat eine ganze Menge Volumen in die anscheinend normale Länge von 231,5cm und die für ein Waveboard definitiv abnormale Breite von 66cm gepackt. Das Board hat also nicht annähernd so viel Fläche im Wasser wie ein traditionelles 120l Board, ist dafür aber extrem dick und klobig. Es schwimmt sehr hoch im Wasser ist dabei jedoch bemerkenswert kurz (für so ein großes Board), was ihm beim Dümpeln eine einzigartige Stabilität aber gleichzeitig eine merkwürdig instabiles Fahrgefühl verleiht. Man fühlt sich, als würde weit über dem Wasser balancieren. Es ist ein großartiges Gefühl, bei Null Wind auf so viel Volumen zu stehen, während man normalerweise sofort unter gehen würde. Der größte Klon, den wir in unserer Klon-Fabrik produziert haben, wiegt 105kg und hat uns erzählt, dass er zum ersten Mal der Erste und auch Letzte im Gleiten war, während er gleichzeitig mit seinen 65-Kilo-schweren Klon-Freunde aufs Wasser konnte.

Test: Goya Custom Quad 118l
Test: Goya Custom Quad 118l

"Wir waren alle davon begeistert wie wenig Wind man für den neuen Shape braucht! Und dabei sind die Schlaufen so weit hinten, dass es sich trotzdem anfühlt, als stände man auf einem Surfboard. In einem Wort: Fun! Es ist wahrscheinlich eines der besten Boards, die wir je designt haben." - Francisco Goya

Auf dem Wasser
Das Erste, was dir auffällt, wenn du auf dieses Board steigst, ist, dass da eine ganze Menge Volumen unter dir ist. Nichtsdestotrotz fühlt sich das Board aber trotzdem wie ein echtes Waveboard an. Trotz des Volumens ist das Board nicht wirklich ein Frühgleiter, weil es eine doch recht extreme Wave-Rockerlinie hat. Es wurde für Turns gebaut und nicht, um darauf zu cruisen. Früher als "großes" Waveboard bezeichnet, sieht der 84er Custom Quad nun wie ein Winzling neben dem 118er aus. Wenn man sich an die schiere Größe des Boards gewöhnt hat, surft es sich recht komfortabel und genau wie ein Waveboard gleitet es mit einer ziemlich hohen Nase. Dank der vier langen Finnen liegt es tief im Wasser, hält gut die Spur und läuft super Höhe.

Auf der Welle
Einmal auf einer Welle fühlt es sich an, als wäre der Goya 118 Zuhause angekommen. Waveriding ist definitiv wozu das Board designet wurde. Trotz des monströsen Volumens und seiner Breite dreht das Board extrem gut: Selbst unser leichtester Klon (67kg) konnte das Board auf die Rail stellen und es durch einen Turn bringen!

Trotzdem bleibt die Größe nicht ganz unbemerkt. Wenn man in eine Welle droppt, darf man nicht zu aggressiv in den Bottom Turn gehen, aber so lange man dem Board ein wenig Zeit zu Beginn des Turns lässt, wird es locker den Speed haltend durch den Turn cruisen und dich in vertikalere Positionen bringen, als ein vergleichbares FreeWave Board. Das ist ziemlich eindrucksvoll - trotzdem sollte man sich bewusst sein, dass es sich um ein 120l-Board handelt, welches sich natürlich nicht so dreht wie ein 75l Vollblut-Waveboard.

Das Board dreht brav über den hinteren und den vorderen Fuß und hält locker den Speed durch den Turn. Der Übergang vom Bottom- zum Topturn ist hinsichtlich der Größe und Breite erstaunlich einfach. Ein kleiner Wermutstropfen ist, dass die Finnen im Topturn nicht wirklich frei werden wollen. Der Quad hat halt eine Menge Finnenfläche, was man im Snap des Topturns merkt. Man braucht starke Beine und eine Menge Gewicht, um dieses Board wirklich hart durch den Cutback zu powern. Laut Goya funktionieren die größeren Quads in schlechteren Bedingungen auch perfekt als Twin-Fin was dem Board ein bisschen mehr Slide und extra Fahrspaß verleihen soll. Tatsächlich hat Brawzinho bei den PWA Worldcups auf Teneriffa und bei seinem Sieg in Cold Hawaii die Twin-Fin Option genutzt.

Irgendwann haben wir uns selbst dabei erwischt, wie wir versucht haben, nach Schwächen der Performance des Boards zu suchen - wobei wir total außer Acht ließen, wozu dieses Board gedacht ist: Klar kann man sagen, dass es nicht so loose wie ein 75l Waveboard ist, und man Kraft braucht, um es durch einen engen Turn zu bringen. Außerdem ist es nicht das schnellste Board auf der Geraden. Aber: Ohne dieses Board würden wir in diesen Bedingungen gar nicht Windsurfen! Aus dieser Perspektive merkt man, dass der 118er Goya ein fantastisches Board ist. In Bedingungen, die wir normalerweise als unsurfbar erachten würden, waren wir auf einmal auf dem Wasser auf einem Board, dass so gut ist, dass wir es allen Ernstes mit einem 75l Waveboard vergleichen wollten. Das ist auf jeden Fall beeindruckend.

GOYA CUSTOM WAVE 118
Länge: 234,7 cm
Breite: 66,4 cm
Breite 30cm vom Heck: 41cm
Finne: MFC QS 211, 2x Centre 18 cm (Short US box), 2x Side 8cm (Mini Tuttle)
Gewicht (komplett): 8.38 kg
Zu wem passt dieses Board?
Dies ist eine wirklich interessante Frage, zumal das Board bei unterschiedlich schweren Fahrern unterschiedliche Charakteristiken zeigt. Zuallererst ist es ein Wave(riding)board, gebaut für schwerere Waverider über 100kg. Es gibt diesen Fahrern die Chance ein echtes Waveboard zu fahren, dass sie wirklich trägt und speziell aufs Waveriding ausgelegt ist, während selbst die "großen" Waveboards zu klein und kippelig sind und Freestyle-Wave bzw. Freerideboards nicht wirklich für den Welleneinsatz ausgelegt sind. Abgesehen davon funktioniert das Board auch überraschend gut für Windsurfer durchschnittlichen Gewichts (also 75 bis 95kg) die mehr Zeit auf dem Wasser und besonders beim Waveriding verbringen wollen. Spaß in Wellen bei Leichtwind ist garantiert!

Zusammengefasst
Trotz seiner Größe schafft es der 118er Goya Custom Wave wie ein wahres Waveboard zu fahren, was schwereren Fahrern eine komplett neue Welt des Waveridings bei weniger Wind erschließt. Zusätzlich eröffnet das Board auch leichteren Fahrern sein Potential, was es zu einer echten Extrem-Leichtwind-Maschine macht.

Können Waveboards nun also noch größer werden? Schwierige Frage. Der Goya Custom Wave mit 118l Volumen zeigt, dass Waveboards auch in dieser Größe noch als reinrassiges, echtes Waveboard funktionieren können, womit rein technisch auch noch größere Waveboards möglich wären. Aber braucht man so etwas? Alleine aufgrund der schieren Dimensionen dieses Boards musste man während des Turns schon etwas mehr Kraft aufwenden - das meinten selbst die schwereren Fahrer! Vielleicht sind wir jedoch irgendwann an einem Punkt, an dem es möglich ist, solch große Boards noch einfacher turnen zu lassen…

Insgesamt ist das Board auf jeden Fall eine Bereicherung für den Windsurf-Markt. Schwere Fahrer können nun bei Leichtwind aufs Wasser, bei dem früher nur ihre 65kg-Freunde rausgehen konnten. Die 65kg-Freunde können sich währenddessen nicht über ein volles Line-Up beschweren können, weil ihnen das Board das Surfen in noch leichterem Wind ermöglicht. Das sind gute Neuigkeiten für jeden, der mehr Zeit auf dem Wasser verbringen will.










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