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Josh Angulo

Die jüngere Biographie des Josh Angulo liest sich wie die Bilderbuchkarriere eines erfolgreichen Windsurfers: PWA-Weltmeister in der Welle 2003, eine gut gehende Bretterschmiede unter eigenem Namen und zuletzt ein überlegener Sieg bei den prestigeträchtigen Hawaii Pro auf Maui. Da könnte man fast vergessen, dass Josh vor nicht mal sechs Jahren kurz vorm endgültigen Absturz in einen Sumpf aus Drogen, Alkohol und Gewalt stand. In Windsurfers erzählt er von seiner Drogenvergangenheit, seinem neuen Leben auf den Kapverden und seiner Liebe zu Punta Preta, der besten Rechtswelle der Welt.

<b>North Shore days

Josh, mit vollständigem Namen Josh Daniel Evora Angulo, kommt am 12. Dezember 1974 in Kalifornien zur Welt. Nur ein Jahr später ziehen die Angulos auf die hawaiianische Insel Oahu, wo der kleine Josh gemeinsam mit seinen beiden älteren Brüdern Mark und Andy eine vom Surfen geprägte, aufregende Kindheit verlebt. Wo es nur geht, fördern die Eltern, besonders Vater Ed, das Surf-Talent ihrer Söhne. Mit dem Umzug zur Nachbarinsel Maui eröffnen sich für Josh neue Möglichkeiten. Das Windsurfen rückt mehr und mehr in den Vordergrund.

Josh Angulo

Josh Angulo: "Als kleiner Junge hatte ich mir geschworen, nie im Leben auf ein Windsurfbrett zu steigen. Meine Familie und alle Menschen, mit denen ich mich damals umgab, waren Surfer. Mein Vater shapte bereits Surfboards, lange bevor ich geboren war. Er und mein Bruder Mark hatten allerdings auch damals schon hier und da was mit Windsurfen am Hut. Sie experimentierten mit der alten Garde um Rush Randle, Craig Jester oder Tom Peach mit allem, was man auf dem Wasser zum Spasshaben benutzen konnte. Darunter waren eben auch Windsurfbretter. Aber mein Bruder Andy und ich fanden Windsurfen einfach nur uncool. Das änderte sich schlagartig, als wir von Oahu nach Maui zogen. Ich war damals zehn Jahre alt. Als ich das erste Mal mit meinem Surfboard am Strand von Hookipa stand, dachte ich nur: ,Verdammt, ich will wieder nach Hause!' Mir war klar, dass mein neuer Home Break ein Windsurf-Spot war und nur in zweiter Linie ein Surf-Spot. Also versuchte ich es eben wohl oder übel mit einem Segel. Schon nach den ersten Versuchen auf einem Windsurfboard war dann alles ganz anders. Alle Vorurteile waren mit einem Schlag wie weggeblasen. Unterstützend kam hinzu, dass zu dieser Zeit mein grosser Bruder Mark die Bühne der internationalen Windsurf-Welt betrat. Er wurde in einem Atemzug mit Jungs wie Robby Naish, Mike Waltze oder Matt Schweitzer genannt. Er setzte in seiner Zeit die Limits für radikales Windsurfen auf Maui.


Josh Angulo

Nebenbei erwähnt scheinen ihn die jungen Burschen heute auch noch ganz gut zu kennen: Beim Indoor in London Anfang des Jahres habe ich Alex Mussolini gesehen, wie er einen Arched Backloop über die Rampe gesprungen ist, und er erzählte mir später, dass er sich das Manöver in alten Videos von Mark abgeschaut hatte. Das hat mich irgendwie mit Stolz erfüllt. Mark war damals auf jeden Fall mein absoluter Held. Aber da waren auch noch andere. Windsurf-Pioniere wie Rush Randle oder Dave Kalama gingen bei uns ein und aus. Es war eine Goldgräberstimmung im Windsurfen: Jeder versuchte irgendetwas und es passierte einfach unheimlich viel. Ich selbst war von allem begeistert und überwältigt zugleich. Durch die Unterstützung all dieser heute so grossen Namen und meiner Familie wuchs auch mein eigenes Windsurfen mehr und mehr, bis es schliesslich mit ersten Contests losging. Alles lief bis dahin absolut rund."









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