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Mr. Big Wave - Jason Polakow

Jason Polakow: Niemand surft radikaler und spielt so mit der Gefahr wie der 42-jährige Australier. Wir blicken hinter die Fassade von Mr. Big Wave.

Jason Polakow liebt Jaws und eigentlich scheint es auch so, als ob das „Monster“ diese Liebe erwidert. Man sieht selten jemanden tiefer in der Impact-Zone als ihn. Während die meisten schräg die Schulter heruntersurfen, probiert Polakow so nah wie möglich an die kritische Zone der Welle zu kommen. Unglaublich schnelle Bottom Turns vor einem riesigen Berg aus Weißwasser – das ist genau sein Ding. Doch vor ein paar Jahren sollte eine solche Welle fast sein Schicksal besiegeln. Ein Set aus drei riesigen Brechern brach in kurzen Abständen über den gestürzten Polakow. Eine Minute und zehn Sekunden (!!!) wurde der 2-fache Wave Weltmeister unter Wasser gehalten. Als die zweite Welle über ihn wegrollte, verlor er seine Schwimmweste und wurde noch einmal tiefer gen Meeresgrund gedrückt. Während er für eine scheinbar unendliche Dauer da unten war, dachte er, dass seine Zeit vorbei ist.„Ich hatte schon keine Luft mehr und als die zweite Welle über mir brach, fing ich an Wasser zu schlucken.“ Um Polakow herum entstand eine unheimliche Stille und alles wurde schwarz vor seinen Augen.

Mr. Big Wave - Jason Polakow
Mr. Big Wave - Jason Polakow

„Das war der Moment, wo ich dachte, dass es vorbei ist und ich wartete darauf ohnmächtig zu werden“, so Polakow über den wahrscheinlich schlimmsten Moment seines Lebens. Unter Wasser hoffte er noch, dass seine Jungs seinen bewusstlosen Körper schnell finden und er auf dem Boot vielleicht dann wieder zu sich kommen würde. Während seiner Abschiedsgedanken änderte sich langsam die Wasserfarbe von nachtschwarz zu dunkelblau und grün. Polakow nutzte die letzte Chance und kam gerade noch rechtzeitig an die Oberfläche, wo er gerettet wurde. „Wenn Leute sagen, dass das Gefühl zu sterben ein schönes und erlösendes sei, dann kann ich dem nur widersprechen! Ich war ziemlich nah am Ende und es war eine schreckliche Erfahrung.“


Mr. Big Wave - Jason Polakow

Polakows Risikofreude lässt sich zum Teil auf seine Kindheit zurückführen. Der in Australien geborene Polakow fing schon als kleiner Steppke mit dem Motorradfahren und Motocross an. Früh gewann er seine ersten Titel und war so fixiert dabei, dass seine Eltern ihm irgendwann verboten auf das Motorrad zu steigen, da er sich etliche Knochen brach und es einfach zu gefährlich für den jungen Jason war. Dann folgte der entscheidende Moment, der Polakow zum Windsurfen brachte. Mit elf oder zwölf Jahren ging er mit Freunden seiner Eltern zum Strand und sah deren Sohn beim Windsurfen zu. Schnell kribbelte es auch in Polakows Händen und er wollte es unbedingt ausprobieren. Eines Tages kam der Sohn der Freunde vom Wasser und gab ihm das „Go“. „Alles fing mit dem Moment an“, sagt Polakow heute. Polakow beschreibt sich selber als Kind als „super-hyper-aktiv“ und dass er alles, was ihn begeisterte, wie ein Verrückter verfolgt hat. Schon der kleine Jason war ehrgeizig, stark fokussiert und voller Power. Als er mit dem Windsurfen anfing, nahm er diese Eigenschaften von der MotoX-Bahn mit aufs Wasser. „Ich bin jeden morgen extrem früh aufgestanden und war immer mindestens sechs bis sieben Stunden auf dem Wasser.“

Wirklich abgelegt hat der Weltmeister von 1997 und 1998 seinen Biss auch heute nicht. Er geht zwar nicht mehr ganz so viel aufs Wasser wie früher, aber die Leidenschaft für das Windsurfen und den Sport im allgemeinen ist nach wie vor da. Heutzutage macht er sogar noch mehr Sportarten als er es als Jugendlicher gemacht hat. „Aber das ist gut. Es hält mich jung und beschäftigt mich“, so Polakow.










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