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Neopren oder Nadelstreifen, Marco Lufen? - das deutsche Freestyle-Ass im Interview - Teil 3


Australien, Südafrika, Südamerika – du hast schon einige nicht ganz ungefährliche Flecken dieser Erde bereist. Was war die krasseste Geschichte, die du je auf einem Windsurf-Trip erlebtest?
Das Krasseste war, wie ich in Brasilien mit einem Kumpel die Straße nachts entlang ging und er auf einmal eine Knarre am Kopf hatte. Eher uncool, mein Stift war ziemlich weit draußen und ich glaube, dass ich mir auch in die Hose gemacht habe…

Das kannst du jetzt nicht so stehen lassen. Was ist damals genau passiert?
Wir sind spät abends abends zu unserem Apartment heimgekehrt, und uns folgte schon längere Zeit ein kleiner Junge. Wir gingen immer weiter und dachten uns da nicht viel bei.

Als wir zu einer Kreuzung kamen, war der Junge auf einmal direkt hinter meinem Kumpel mit einer Knarre.

Er wollte Geld, doch leider war echt Sense bei uns, drei Rand oder so waren noch aufzukratzen, was ungefähr ein Euro ist. Als der Junge sah, dass da nicht viel zu holen war, sagte er „run!“ und ich glaube, meine 100 Meter-Sprintzeit war die von Usain Bolt!


Neopren oder Nadelstreifen, Marco Lufen? - das deutsche Freestyle-Ass im Interview
Neopren oder Nadelstreifen, Marco Lufen? - das deutsche Freestyle-Ass im Interview

Andere Geschichte: Nach etlichen Jahren Neil Pryde/JP unterschriebst du diesen Winter beim Fanatic-NorthSails-Team. Wie kam es zu dem Wechsel und was versprichst du dir von dem neuen Material?
Genau! Seit November 2016 bin ich mit Fanatic/North-Material unterwegs. Davor war ich circa acht Jahre auf JP/Neilpryde. Ich habe mich beim Worldcup auf Sylt mit Craig Gertenbach unterhalten und dann ist das Ganze so langsam ins Rollen gekommen. Beim Fanatic/North-Team, handelt es sich um ein Team, zudem man auch eine persönliche Beziehung hat – das war bei JP/Neilpryde einfach nicht vorhanden und man fühlte sich nicht Teil des Ganzen, wenn man nicht auf Podestplatz eins stand. Zudem haben mich Craig und Karin Gertenbach herzlichst aufgenommen und ich habe ein echt cooles freundschaftliches Verhältnis zu Ihnen. Man gehört voll dazu, auch wenn man nicht Gollito Estredo oder Victor Fernandez heißt.

Das Material ist sagenhaft! Sehr leicht und extrem Manövrierfähig. Die Boards sind weltklasse und echte Actionmonster, die Northsegel mit Abstand die leichtesten Freestylesegel auf dem Markt. Nach fünf Wochen Kapstadt bin ich super eingefahren und freue mich jedes Mal, wenn ich die Sachen wieder unterm Arsch habe…

Stand, Trimm, Druckpunkt – viele Eigenschaften sind nun anders: Wie lange dauert der Prozess, sich auf neuem Material heimisch zu fühlen?
Alles ist anders, das kann man wohl sagen! Ich war selber erstaunt wie schnell ich mich auf dem neuen Material zurecht gefunden habe. Nach zwei Wochen war ich wieder voll am Start!


Neopren oder Nadelstreifen, Marco Lufen? - das deutsche Freestyle-Ass im Interview

Wie viel Equipment steht in deiner Garage? Und welches Set-up würdest du am liebsten jedes mal aufbauen?
Am liebsten benutze ich mein 93er Fanatic Skate mit meinem 4,8er North Freestylesegel. Es ist einfach eine Bombenkombo! So hoch habe ich manche Manöver noch nie gesprungen wie mit den North-Tüten und meinem Skate 93.

Wenn es dann mal in die Welle geht, benutze ich am Liebsten mein 81er Quad TE mit dem 4,2er Hero, da fühlt man sich gleich wie Victor. Obwohl – das dauert wohl noch (lacht).

In unserem letzten Interview mit dir vor über fünf Jahren erzähltest du, dass die Bikini-Reef-Girls aus dem 2011er Kalender deine größte Versuchung sind. Nach wie vor? Was ist mit 2017?
Ich weiß gar nicht, ob der neue Kalender schon draußen ist! Ich denke aber, die sind immer noch ganz nett und knackig. Reef hält die Qualität ziemlich aufrecht. Ob da jetzt so Knaller wie in 2011 dabei sind, das müsste man einmal unter die Lupe nehmen (lacht)…

Text: Fritz Lüders
Fotos: Marco Lufen, Sebastian Schöffel, Flotography










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