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Steffi Wahl Interview - Nach 20 Jahren World Cup motivierter denn je - Teil 3


Glaubst du, dass Lina einmal in die Fußstapfen tritt? Mit ihrem letzten Video aus Australien hat sie ja bereits unter Beweis gestellt, dass sie definitiv zu den Besten gehören könnte.
Ach, ich glaube Lina kann jetzt schon vorne mitfahren, wenn alles klappt. Letztes Jahr war es ja auch immer ganz knapp, da fehlt vielleicht noch ein bisschen die Routine, die Coolness oder das gewisse Quäntchen Glück, was natürlich auch dazugehört. Aber mittlerweile möchte ich sie ungern als Gegnerin haben. Ich bin froh, wenn ich gegen jemand anderen surfen kann (lacht). Wobei sie auch sagt, dass sie ungern gegen mich surfen möchte.

Eine letzte Frage zum Thema Worldcup: Du erzählst durchweg von positiven Vibes. Ist das wirklich so, oder gibt es da auch mal Auseinandersetzungen zwischen den Fahrerinnen oder Beschwerden übers Judging?
Es gibt natürlich zwischendurch Momente in denen die Emotionen in diverse Richtungen ausschlagen. Das ist ja normal, wenn Ehrgeiz im Spiel ist. Sonst müssten wir das nicht machen. Aber wir haben momentan eine tolle Gemeinschaft und meistens sind alle sehr fair. Trotzdem kann sich jeder da auch vielleicht etwas bei den Surfern der WSL (World Surf League, Anm. d. Red) abschauen.

Da ist sehr viel Geld im Spiel und man sieht selten jemanden, der nicht nach seinem Heat den Kontrahenten beglückwünscht. Erst neulich wieder beim Rio Pro. Gabriel Medina (WSL-World Champion 2014, Anm. d. Red)) verlor gegen Yago Dora, der eine Wildcard für den Contest bekommen hatte. Medina ging nach dem Heat mit einem Lächeln zu ihm und beglückwünschte ihn. Das ist Sportsgeist, so muss es sein und nicht anders. Verlieren gehört im Leben ebenso dazu wie Gewinnen. Wenn Menschen über Menschen richten, hat es manchmal immer einen komischen Beigeschmack und das muss man einfach abhaken. Ich finde das Thema Worldcup surfen und wie es als Frau wirklich ist, hat Amanda in ihrem Interview bei euch sehr gut dargestellt. Es ist wirklich lesenswert und genau meine Meinung.


Steffi Wahl Interview - Nach 20 Jahren World Cup motivierter denn je
Steffi Wahl Interview - Nach 20 Jahren World Cup motivierter denn je

Jetzt mal „Butter bei die Fische“. Dein erster Worldcup war 1997 auf Sylt, wenn du dieses Jahr noch einmal die Tour mitfährst kannst du nach 20 Jahren PWA auf Wiedersehen“sagen. Das wäre doch ein gelungener Abschluss, oder?
Joa, aber wenn man das machen wollen würde, dann müsste ich auch auf Hawaii am Start sein. Damit das wirklich eine runde Sache ist, sonst muss man immer auf einen Streicher hoffen und Hawaii findet zu 99,9% der Fälle statt. Dafür müsste ich aber ein paar Wochen vorher hin, sonst wird das ja nichts (lacht). Ich mag die Welle vor Hookipa und habe gemerkt, dass das gut werden könnte, als ich das letzte Mal dort war, weil ich beim Wellenreiten auch mit links vorne fahre. Beim letzten Mal war mein Daumen angebrochen und es surft sich mit einer Hand irgendwie schlecht. Dazu kommt auch noch, dass diese Reise ja auch irgendwie bezahlt werden will. Das letzte Mal hatte ich das Glück, dass unser damaliger Sponsor RENO eingesprungen ist und mir ermöglicht hat, nach Hawaii zu fahren. Das war echt sensationell und ich habe mich riesig gefreut. Ich bin dieses Jahr wirklich unschlüssig, ob es mir dann so wichtig ist. Für das Geld könnte ich über das Jahr gesehen einige Monate mit dem Bus wegfahren und auch tolle Bilder mitbringen und die Jahreszeit ist auch an Nord-und Ostsee total schön.

Aber die Herbststürme kannst du doch noch den Rest deines Lebens hier verbringen, nun gib dir einen Ruck und sag, dass du dieses Jahr die ganze Tour fährst!
(Lacht) Ja, ach ich weiß nicht. Ich mag es hier so gerne und das hört sich jetzt vielleicht echt blöd an, aber wenn ich auf Hawaii bin und es zu Hause gute Bedingungen gibt, dann wäre ich viel lieber zu Hause. Es hört sich echt doof an, ich weiß (lacht), es ist halt irgendwie ein Luxusproblem. Zu Hause surfen ist einfach am geilsten, egal wie die Bedingungen sind. Neulich als wir zusammen in Brasilien draußen waren und die Welle eher mäßig war, hatte ich so ein Glücksgefühl. Mit Freunden surfen, türkises Wasser, weißer Sandstrand, die tieffliegenden Schleswig-Holstein Wolken, das schöne klare Licht. Ich bin einfach echt verliebt in unsere Gegend und brauche nicht unbedingt so fern zu schweifen, um Spaß auf dem Wasser zu haben.


Steffi Wahl Interview - Nach 20 Jahren World Cup motivierter denn je

Wirst du langsam heimisch?
Nein, so war das nicht gemeint. Das Reisen ist ja gerade das Beste am Windsurfen, nicht nur um seine Surfskills zu verbessern, sondern vor allem um seinen Horizont zu erweitern. Man lernt so viele unterschiedliche Menschen kennen und sieht die Hilfsbereitschaft. Gerade bei unserem Sport, der auch immer verbunden ist mit Geschleppe von viel Gepäck. Es wird einem geholfen und das ist einfach schön zu sehen. Beim Reisen merkt man, dass es zu 99,9% super Menschen gibt, mit denen man gut auskommt. Die wollen auch nichts anderes, als einfach nur leben und wenn man immer nur zu Hause sitzt und sich Bilder, Nachrichten und Facebook-Posts von irgendwelchen Leuten anguckt, dann wird man ja ganz schnell irgendwie…

Irre?
(Lacht) Ja, und wenn man dann mal wieder rauskommt und die Vielfalt unserer Erde sieht, tut das einfach nur gut. Man sollte nicht die Menschen aufgrund von Nachrichten alle über einen Kamm scheren.

Ich möchte dich nicht länger aufhalten. Ich sehe schon, dass du hibbelig wirst. Viel Spaß auf eurer Reise, wo auch immer sie hingeht.

Interview: Frithjof Blaasch

Mehr Infos zu Steffi Wahl auf ihrer Website: www.steffiwahl.de










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