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Fotospecial: Tropen-Traum Tahiti - Teil 2


Du bist auf jeden Fall sehr verwöhnt, aber was ist weltweit dein Lieblingsspot?
Es gibt eine Menge Windsurf-Spots die ich liebe. Teneriffa ist großartig, Maui, Kapstadt, Chile… Aber ich würde sagen mein Lieblingsspot ist der direkt vor meiner Haustür. Er wird "The Bad Pass" genannt. Er ist ziemlich perfekt. Der Wind kommt von links und kommt für Tahiti häufig und konstant. Der Swell pumpt hier regelmäßig masthohe Wellen heran. Auf der linken Seite vom Riff-Pass gibt es lange, hohle Linkshänderwellen zum abreiten. Am Ende vom Waveride kann man weiter in die Lagune surfen, umdrehen, richtig Speed aufnehmen und dann auf der rechten Seite über massive Rampen springen. Das Ganze macht man dann nochmal. Und nochmal. Und nochmal. Der Himmel ist blau, das Wasser warm und die Landschaft ist atemberaubend.

Wahnsinn! Trotzdem ist Teahupoo der berühmteste Spot. Wie schwer ist der Spot zu windsurfen? Nur für absolute Profis? Oder gibt es auch "kleine Tage" an denen auch ein guter Waverider die Welle ausprobieren kann?
Teahupoo ist nichts für unerfahrene Waverider. Man kann hier mittelgroße Wellen und guten Wind haben, aber Teahupoo ist trotzdem schnell und brutal. Es ist schwer zu surfen, wenn man nicht an diese Art flacher Reef-Breaks gewöhnt ist. Die Welle für sich ist auf jeden Fall ein Abenteuer. Es ist meistens besser woanders surfen zu gehen, es sei denn du bist ein Experte und bereit Material zu zerstören.


Fotospecial: Tropen-Traum Tahiti
Fotospecial: Tropen-Traum Tahiti

Wie groß ist die Verletzungsgefahr? Baptiste Gossein ist seit seinem Unfall querschnittsgelähmt.
Meistens hat man nur Schnitte unter den Füßen, wenn es schlimm kommt vielleicht auch etwas mehr. Manchmal hat man einen schlimmen Wipeout und man merkt, dass man sich etwas getan hat. Aber das passiert nur in anspruchsvollen Bedingungen, also weiß man, was man erwartet. Wir haben unterschiedliche Spots mit unterschiedlichem Anspruch und Risiko. Die Wellen sind alle unterschiedlich und jeder Ride ist eine Herausforderung. Tahiti ist der beste Ort um mit dem Windsurfen anzufangen, und der beste Ort um es auf dem allerhöchsten Level zu betreiben. Es kommt darauf an worauf du Lust hast! Baptiste ist vor einigen Jahren beim Wellenreiten in Teahupoo gestürzt. Er war auf einem ganz anderen Level, er war ein Profi und hat versucht sein eigenes Limit zu pushen. Das war sein Ding. Nur sehr wenige Menschen können sich mit dieser Entschlossenheit vergleichen. Er ist mein bester Freund hier, wir leben sehr nah beieinander und wir sehen uns häufig. Ich komme gerade von einer Tow-In Wellenreitsession mit ihm als Jetski-Fahrer. Er ist einer der besten Fahrer der Welt.

Wie sieht es mit dem Wind auf Tahiti aus? Wahrscheinlich sollte man sich auch einen Wellenreiter mitnehmen…
Tahiti ist bekannt dafür ein weltklasse Surf-Paradies zu sein. Definitiv braucht man da einen Wellenreiter! Man geht jeden Morgen und Abend Wellenreiten. Windsurfen in der Mitte. Der Wind hat meistens zwischen 12 und 20 Knoten und bläst ein halbes Jahr konstant. In der selben Zeit wie die Swells kommen!

Hast du dich auch schonmal auf einem Windsurfboard von einem Jetski in eine Welle ziehen lassen, weil zu wenig Wind war?
Regel Nummer 1. Wenn man nicht zum Peak windsurfen kann, geh' Wellenreiten.


Fotospecial: Tropen-Traum Tahiti

Tahiti ist für seine Wasserqualität und die Unterwasserwelt berühmt. Muss man vor Haien Angst haben?
Die Wasserqualität ist die wahrscheinlich beste der Welt. Die Farben sind atemberaubend. Oft trifft man Delfine und Wale. Und Haie. Aber es gab hier noch nie einen Angriff, also muss man auch keine Angst haben. Man sieht sie beim Wellenreiten und Windsurfen häufig unter den Füßen.

Hast du ein paar Tipps für alle, die nach Tahiti kommen wollen?
Tahiti ist ein schwierig zu erreichender Ort für's Waveriding. Man kann hier locker die besten Freeride- und Slalom-Sessions deines Lebens in den Lagunen haben. Wenn man epische Wellen scoren will, braucht man ein Boot. Man findet ganz einfach Fischer, die einen zum Riff-Pass bringen. Leg' Geld dafür zur Seite und geh' zum nächsten Hafen vom Spot. Da gehst man dann einfach an Bord.

Vielen Dank für das Interview!
Gerne. Ich muss auch los, der Wind weht!

Fotos: Tim McKenna, Ben Thouard, Privat
Text: Lars Niggemeyer











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