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Studieren für Profis

An der Universität Oldenburg gibt es einen speziellen Studiengang für Leistungssportler. Wieso das auch für Windsurfer interessant ist, lest ihr hier.

Windsurfen ist eine extrem zeitaufwändige Sportart. Stuff zusammenpacken, zum Spot fahren, aufbauen, surfen, abbauen zurückfahren, auspacken, duschen. Je nach Länge der Anfahrt kann dabei schon einmal ein ganzer Tag draufgehen. Nicht jedem ist das Glück vergönnt in der Mittagspause oder nach Feierabend einmal kurz für eine Stunde aufs Brett zu springen, was z.B. auf den Kanaren der Normalzustand ist. Wer auf der Worldtour, auf dem RS:X, oder in einer anderen Klasse etwas reißen will, für den reicht die bummelige Stunde am Tag auf dem Brett nicht aus. Dazu kommt, dass man, gerade wenn man Windsurfen von Deutschland aus professionell betreiben will, viel Reisen muss. Viele junge Talente versuchen sich gerade im Windsurf-Profi-Dasein. Die meisten beenden zuerst die Schule, bei einigen, wie zum Beispiel Supertalent Philip Köster oder Moritz Mauch, nahm das Reisen schon früh solche Ausmaße an, dass sie sogar kurz vor dem Abitur aussteigen mussten. Dabei kann man sich als Worldcupper nach ein paar erfolgreichen Jahren auf der Tour – im Gegensatz zu den goldenen Zeiten früher – heute keine dicke Villa (oder Villen!) an der Northshore auf Maui mehr kaufen. Um später seine Schäfchen im Trockenen zu wissen, studieren viele Worldcupper nebenbei noch. Wer sich jedoch einmal mit einem dieser Profis unterhalten hat, wird merken, wie wie wenig Support und Verständnis einem von der Seite der Uni entgegengebracht wird. Verständlich, wenn man das halbe Jahr auf Events an den windigsten und wärmsten Plätzen der Welt verbringt. In genau diese Lücke schießt die Universität Oldenburg mit dem Bachelorstudiengang „Betriebswirtschaftslehre für Leistungssportlerinnen und Leistungssportler (B.A.)“.

Studieren für Profis
Studieren für Profis

Dieser Studiengang ist speziell auf Aktive und Ehemalige im Leistungs- und Spitzensport ausgerichtet, soll auf die Zeit nach der Profikarriere vorbereiten und den Sportlern berufliche Perspektiven beispielsweise im Management in Unternehmen, Vereinen, Verbänden oder im Bereich Sportpromotion bieten und zur Projektleitung für Sportevents oder im Management des Sports befähigen. Unter den Studierenden tummeln sich einige der besten Sportler Deutschlands: Nationalspieler, Leichtathleten, Segler – und warum dann nicht auch Windsurfer? Besonders interessant für Vielreisende ist, dass der Studiengang zwar eine Regelstudienzeit von vier Jahren hat, die Studenten ihr Lerntempo jedoch flexibel den jeweiligen beruflichen bzw. sportlichen Belastungen anpassen. „Der neue Studiengang ist geprägt durch ein Lernen nach neuesten lerndidaktischen Kriterien, den Einsatz neuer Medien und minimierte Präsenzzeiten. Mit diesem Konzept wollen wir den zeitlich stark gebundenen Spitzensportlern eine echte Alternative zu einem Vollzeitstudium mit Präsenzpflicht bieten“, sagt Prof. Dr. Jürgen Taeger von der Universität Oldenburg.


Studieren für Profis

Starboot-Vorschoter Frithjof Kleen, seines Zeichens Profi-Segler und Weltmeister von 2014, stand uns Rede und Antwort zu seinem Studium.

Wie bist du zu dem Entschluss gekommen neben deiner ausgiebigen Zeit auf dem Wasser zu studieren?
Aus reiner Vernunft! In einer Verletzungsphase wurde mir bewusst wie wichtig ein zweites Standbein ist.

Und dann bist du auf den Studiengang „BWL für Leistungssportlerinnen und Leistungssportler“ in Oldenburg gestoßen?

Ja genau! Der Studiengang bietet die beste Betreuung in Deutschland. Im Gegensatz zur normalen Uni wird wirklich auf den Athleten eingegangen. Ein "Geht nicht" gibt es nicht! Meine Erwartungen an den Studiengang wurden absolut erfüllt.

Wie lässt sich das Studium mit dem Sport vereinbaren?
Der Lernstoff ist bestens aufgearbeitet, es lässt sich also hervorragend vereinbaren. Allerdings muss man diszipliniert arbeiten! Das sollte allerdings jeder Spitzensportler beherrschen. Meine Einstellung zum Sport hat sich durch das Studium auf jeden Fall nicht verändert.

Studieren für Profis

Glaubst du, dass sich deine späteren beruflichen Chancen durch die Kombination von professionellem Segeln und BWL-Studium verbessert haben?
Natürlich! Allein ein Studium gibt einem die Sicherheit nach der sportlichen Laufbahn einen Platz in der beruflichen Gesellschaft finden zu können. Es ist wie eine Fahrerlaubnis. Mit Mitte Dreißig in das normale Leben einzusteigen ist schwer genug.

Was kannst du anderen Sportlern bezüglich eines Studiums „nebenher“ empfehlen?

Durchziehen und genießen!

Mehr Infos zum Studiengang gibt es hier:
www.bwlsportler.uni-oldenburg.de

Fotos: PWA /John Carter



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