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WINDSURFERS in Japan: von Tokio nach Okinawa - Teil 3


Die vielen Sprachbarrieren haben sich dennoch gelohnt. Am nächsten Tag holt mich Yoshi ab, ein Local. So freundlich und zuvorkommend wie alle Japaner gibt er mir eine Tour durch den Ort, wir essen Fisch. Er zeigt mir die Strände, wo vor Jahrzehnten Robby Naish und Jürgen Hönscheid von Zuschauerhorden kreischend bejubelt wurden. Von dem World Cup-Glanz vergangener Tage, ist kaum noch etwas geblieben. Der Sand, auf dem damals die Profis ihr Material ablegten, ist längst vom Meer weggespült. Nun ist der Hauptspot eine Bucht weiter südlich: Omaezaki Long Beach. In Luv steht ein Atomkraftwerk. Contests gibt es nur noch nationale.

WINDSURFERS in Japan: von Tokio nach Okinawa

Zu unrecht, denn Omaezaki ist eine Wundertüte: Nordsee-Bedingungen wechseln sich mit Pozo oder aber perfektem Sideshore und masthohen Wellen ab. Die Konstante ist dabei der Atomhack-Wind. In den kalten Monaten kann man vier Tage pro Woche Woche das kleinste Segel aufriggen. Japan-Fan Graham Ezzy schrieb mir vorher: „Omaezaki hat die kältesten und windigsten Bedingungen, die ich je gesurft bin. Pack unbedingt das 3,7er ein!“ Ein guter Tipp, und auch das mit der Kälte stimmt. Allerdings ist das Wasser im Vergleich zur Luft angenehm warm und macht auch die kältesten Sessions aushaltbar.

In gesamt Japan ist Winterzeit Windzeit. Leider ist es dann auch überall kalt. Nur eine Präfektur des Landes macht dann noch auf Sommer: Okinawa.

Napalm am Morgen

Das Wasser ist glasklar und warm. Ein Shorty reicht. Manchen sogar eine Badehose. Am Strand stehen Palmen, kleine Häuserreihen zeichnen sich dahinter ab. Knapp zehn Surfer sitzen im Line-up und schauen Richtung Horizont, an dem die Sonne untergeht. Sie halten nicht nur nach Wellen Ausschau – auch nach Kriegsflugzeugen, die im Sinkflug auf sie zustürzen. Jede Minute tauchen Düsenjets und Helikopter auf und fliegen über ihre Köpfe hinweg in den Dschungel. Manche sind so nah, man hat das Gefühl, sie berühren zu können.


WINDSURFERS in Japan: von Tokio nach Okinawa

Das ist keine Szene aus dem Filmklassiker „Apocalypse Now“. Es ist die Realität in Okinawa, den südlichsten Inseln Japans. In der Subtropen-Region vor Taiwan gibt es nicht nur die schönsten Strände und besten Wellen des Landes, nein, auch die US-Arme hat dort ihren Luftwaffenstützpunkt. Bis zu 25.000 Soldaten und unzählige Kriegsflugzeuge sind auf der Hauptinsel stationiert. Mit dem, was auf Okinawa-Honto vorhanden ist, könne man einen Krieg gewinnen, sagen die Einheimischen.



Alle Bilder (28):
Beliebter See zum Foilen: Kawaguchi am Mount Fuji
Omaezaki
Die Bucht von Omaezaki
Foilen wird in Japan immer mehr zum Trend.
Kleine Left in Okinawa.
Bis zu den Riffen müssen lange Distanzen zurückgelegt werden.
Der weite Weg lohnt sich dennoch.
Lagune in Okinawa.
Sonnenuntergang in Omaezaki
Der Südwesten Okinawas ist militarisiert, aber mit soliden Breaks ausgestattet.
Rampe in Omaezaki Long Beach
Der Norden Okinawas
Fritz Lüders in Omaezaki
Backloop
Die schönen Strände des japanischen Südens
Traditionelle Hochzeit in Tokio
Shinjuku
Surfen im Herzen einer Metropole
Die Rainbow Bridge
Tokio bei Nacht
Der Westen Tokios






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