WINDSURFERS HOME
WINDSURFERS auf Facebook WINDSURFERS auf Twitter WINDSURFERS auf Google+
 

WINDSURFERS Quick-Test: Ride Engine Carbon Elite 12k

Wir haben das Carbon Elite 12K der Hardshell-Pioniere auf der Nord- und Ostsee getestet.

Carbon-Trapeze sind der neueste Trend in der Surfindustrie. Die Idee dazu scheint nicht all zu weit hergeholt. Alle Windsurfer wissen: Je mehr Carbon desto besser! "Viel hilft viel" war auch der Ansatz bei der Entwicklung des Luxus-Trapezes "Carbon Elite 12K" von Ride Engine. Das feste Rückenteil des zugegebenermaßen eher kostspieligen Trapezes besteht aus 12K-Carbon, einem feinen Gewebe mit 12.000 Fasern pro Garn. Beim Windsurfen sollen Hardshell-Trapeze ihren Vorgängern überlegen sein. Neben gefühlten 90% der Kitesurfer schwören Windsurf-Profis wie zum Beispiel Adi Beholz und ein paar Early Adopters schon darauf. Wir sind dem Hype auf den Grund gegangen.

Auch wenn inzwischen quasi alle Hersteller ein (mehr oder weniger gut umgesetztes) Hardshell-Trapez anbieten Ride Engine sind tatsächlich die Urheber des Trends. Die Kalifornier haben aktuell noch einen Entwicklungsvorsprung. Die Firma wurde 2010 vom kalifornischen Tüftler Coleman Buckley nach seinem Biologie-Studium an der renommierten Stanford-Universität gegründet. Sein Ziel: Ein Kite-spezifisches Trapez, das nicht hoch- oder zur Seite wegrutscht. Alles, was bis dato auf dem Markt erhältlich war, hatte ihn enttäuscht. In einer Garage in seiner Heimat Santa Cruz machte er sich daran, das perfekte Trapez zu erschaffen eines, dass mit einem festen Rückenteil aus Carbon daher kam, eines, dass den Zug perfekt auf die Hüfte und den Rücken überträgt. Coleman Buckley ist damit der Erfinder des Hartschalen-Trapezes.

An Land:
Schon optisch ist das Carbon Elite 12K auffällig. Auf der Rückenplatte schimmert feinstes Carbon-Gewebe durch, mit einer deutlichen und charakteristischen Einbuchtung nach innen. Die harte Schale merkt man schon am Strand. Im Gegensatz zu seinen textilen Geschwistern fühlt dich das Ride Engine auf der Rückseite eher wie ein Windsurf-Board an, nicht wie ein Trapez. Nimmt man das Trapez das erste mal in die Hand, kommt die erste (Spoiler: aber auch einzige) Ernüchterung auf. Entgegen der Erwartung "Carbon = leicht" ist das Ride Engine genauso schwer wie ein herkömmliches Trapez oder auch einen Ticken schwerer als die besonders spartanischen Vertreter seiner Gattung. Wie sich nachher herausstellte, sind die paar Gramm mehr aber sinnvoll investiert und auf dem Wasser irrelevant. Der Vergleich mit der Gewichtsproblematik bei schweren Carbon- und leichten Aluminium-Gabeln drängt sich hier gradezu auf. Die Qualität der Verarbeitung ist erstklassig. Die überflüssige Handlepassleash lässt sich mit ein bisschen Fingergymnastik entfernen.

Legt man das Trapez an, fällt eine Sache sofort auf: Das Carbon Elite 12K ist deutlich steifer als alle anderen Trapeze die man bisher tragen konnte. Die Carbonschale liegt nicht nur am Rücken an, sondern umrandet die gesamte Hüfte bis nach vorne. Am Strand sitzt der Haken bombenfest und bewegt sich keinen Millimeter mehr. Auch eine Verwindung ist unmöglich. Hier macht sich auch bemerkbar, dass man sich je nach Hüftbreite einen von drei Haken aussuchen kann. Da wackelt nichts mehr! Bevor jetzt Verwirrung eintritt: Diese Eigenschaften sollten natürlich auch bei einem gut sitzenden Textil-Trapez vorhanden sein aber das Ride Engine setzt spürbar noch einen Ticken drauf.

WINDSURFERS Quick-Test: Ride Engine Carbon Elite 12k

Auf dem Wasser:
Beim Surfen braucht man erst einmal ein paar Schläge um den Unterschied zu einem "normalen" Trapez festzustellen. Das Carbon Elite 12K wirkt dabei auf keinen Fall wie das befürchtete steinharte Brett, sondern super-komfortabel. Eine Art Gel-Kissen sorgt für den nötigen Schutz der Wirbel vor der harten Carbonplatte. Der Zug des Segels wird deutlich gleichmäßiger als bei herkömmlichen Trapezen auf die gesamte Hüfte und den Rücken übertragen. Ein definitiv spürbarer Effekt, der beim Einsatz mit großen Segeln auf langen Schlägen noch stärker hervortritt als im Wave-Einsatz bei Hack. Tatsächlich hat man das Gefühl: Je mehr Zug auf den Tampen, desto ergonomischer und komfortabler wird das Trapez. Dank der harten, die Hüfte umlaufenden Schale wird der Zug an Stellen verteilt, an die bisher kein Trapez herankam.

Was die Zugverteilung angeht, fühlt man sich an den seitlichen Halt von Sportsitzen im Auto erinnert jedoch ohne, dass man nach dem ersten Schlagloch einen Bandscheibenvorfall zu beklagen hat. Im Gegenteil. Wer nach dem Surfen mit großen Segeln Rückenprobleme hat, für den wird das Trapez ein absoluter Game-Changer sein. Dank dem gelartigen Schutz für die Wirbel ist eine drei-stündige Session für den Rücken ähnlich belastend wie ein Sonntagnachmittag im Stressless Sessel.

Fazit:
Nach dieser zugegebenermaßen etwas blumig geratenen Beschreibung nun Butter bei die Fische: Braucht man das Carbon Elite 12K?

Das High-End Trapez hat einen definitiv spürbaren Effekt. Aber High-End ist auch der Preis. Das Carbon Elite kostet 369. Wer nicht zurückgelehnt surft, sondern sich wegen Manövern andauernd aktiv am ein- und aushaken ist, braucht das Carbon Elite 12K nicht. Das Trapez ist hochwertiges Update für Leute, die schon bis an die Grenze des Machbaren durchoptimiertes Surf-Material haben. Wer sowieso viel Geld ausgibt oder dementsprechend viel auf dem Wasser ist, dem tut auch der vergleichsweise kleine Aufpreis nicht weh. Das Carbon Elite 12K ist selbst dann noch eine echte Aufwertung.

Aber: Wenn es dir nach einer Session im Kreuz ziept, dann können und müssen wir dir das Carbon Elite ans Herz legen. Alle Freerider und Slalom-Piloten werden mit dem Ride Engine Trapez länger und ausgiebiger auf dem Wasser bleiben können. Wenn du dich angesprochen fühlst, können wir dir nur wärmstens Empfehlen das Trapez auszuprobieren und dich selber zu überzeugen. Deine Zeit, dein Spaß auf dem Wasser (und auch danach) wird sich deutlich erhöhen.





TESTS


WINDSURFERS Quick-Test: DUO Board & Rigg

WINDSURFERS Quick-Test

DUO Board & Rigg

Als wir die Pumpe, den Rucksack und den Rollkoffer aus dem Kleinwagen ziehen, ...
WINDSURFERS Quick-Test: Ride Engine Carbon Elite 12k

WINDSURFERS Quick-Test

Ride Engine Carbon Elite 12k

Wir haben das Carbon Elite 12K der Hardshell-Pioniere auf der Nord- ...
Eines für alles: NeilPryde Combat 2018

Eines für alles

NeilPryde Combat 2018

Die WINDSURFERS-Redaktion hat die neueste Auflage von NeilPrydes Fl ...

MORE TESTS


Vinc Wetsuit V8 4mm: WINDSURFERS Quick-Test

Vinc Wetsuit V8 4mm

WINDSURFERS Quick-Test

Profi-Surfer Vincent Langer hatte die Nase gestrichen voll. Die auf dem Markt erhältlichen Neoprenanzüge frustrierten ihn so sehr, dass er im Oktober mit seiner eigenen Neo ...
Fanatic Quad TE 81 im Test: Auch 2017 ein Überflieger?

Fanatic Quad TE 81 im Test

Auch 2017 ein Überflieger?

Das Fanatic Quad gehört zu den beliebtesten Waveboards auf dem Markt und geht unverändert in die neue Saison. Bleibt es trotzdem konkurrenzfähig? ...
Das RRD AIRWINDSURF im Test: Eine Windsurf-Ausrüstung für Kofferraum und Handgepäck

Das RRD AIRWINDSURF im Test

Eine Windsurf-Ausrüstung für Kofferraum und Handgepäck

Ein funktionierendes Board und Rigg in Handgepäckmaßen! Funktioniert das? Wir haben den neuen RRD Air schon getestet und wissen die Antwort. ...
Modetrend oder zukunftsweisend?: Stubby Waveboards im Test

Modetrend oder zukunftsweisend?

Stubby Waveboards im Test

Die neuen Stubby Waveboards im Test. Für wen sind die kurzen Neulinge von Fanatic, JP und Starboard geeignet? ...
Quatro Cube 2016 im Test: In der Kürze liegt die Würze

Quatro Cube 2016 im Test

In der Kürze liegt die Würze

Kurz, kürzer, Quatro: Was Keith Teboul und Co. dieses Jahr als Quad anbieten, kann man problemlos in einem Mini verstauen. Der Anblick des sehr modernen und kompakten Shapes weckt zwar bei jederma ...
Twin-Cam vs. Race-Segel: Welches Segel macht mehr Sinn?

Twin-Cam vs. Race-Segel

Welches Segel macht mehr Sinn?

Kompromisslose Race-Segel sind sicher die schnellsten Segel auf diesem Planeten. Aber was muss man alles für das letzte Quäntchen Top-Speed im Vergleich mit ei ...
Performance vs. Geldbeutel: Sind 100% Masten ihr Geld wert?

Performance vs. Geldbeutel

Sind 100% Masten ihr Geld wert?

Wir haben Masten mit 100% und 30% Carbon genauer unter die Lupe genommen. Wie gravierend ist der Unterschied? Und lohnt sich die Investition in mehr Carbon über ...
Hardboard gegen Inflatable: Welches ist das ideale Anfängerboard?

Hardboard gegen Inflatable

Welches ist das ideale Anfängerboard?

Haben die Hardboards als Schulungsboards für Anfänger ausgedient? Wir haben zusammen mit Windsurf-Anfängern beide Boardklassen ausführl ...
Goya Custom Quad 118 l: Toys for Big Boys

Goya Custom Quad 118 l

Toys for Big Boys

Seit der Renaissance der Multi-Fin Boards wurden die Waveboards Jahr für Jahr größer. Früher galt ein 85l Waveboard als groß, inzwischen sind jedoch auch 100l bei den radi ...
FreeWave vs. TriWave: Welcher Thruster passt zu dir?

FreeWave vs. TriWave

Welcher Thruster passt zu dir?

Fanatic FreeWave oder TriWave. Wir geben die Antwort welches der beiden Modelle für dich das Richtige ist. ...
Wer die Wahl hat, hat die Qual...: Welche Art von Wavesegel passt zu mir?

Wer die Wahl hat, hat die Qual...

Welche Art von Wavesegel passt zu mir?

Wir verschaffen euch mit diesem neuen Test einen Überblick, welcher Wavesegel-Typ für wen geeignet ist. ...
Starboard WindSUP: Spielzeug, oder Windsurfboard?

Starboard WindSUP

Spielzeug, oder Windsurfboard?

Das aufblasbares WindSUP von Starboard mit Kompaktrigg im Test: Spielzeug, oder Windsurfboard? Wir haben die Antwort! ...
Freeride vs. Freewide: Fanatic Shark, Gecko und Hawk

Freeride vs. Freewide

Fanatic Shark, Gecko und Hawk

Windsurfers Test: Welche Vor- und Nachteile haben die extrabreiten Freereideboards im Vergleich zu den klassischen Designs? Der Fanatic Shark, Gecko und Hawk im Duell. ...
Freeride vs. Freerace: Komfortable Freerider oder bissige Freeracer?

Freeride vs. Freerace

Komfortable Freerider oder bissige Freeracer?

Komfortable Freerider oder bissige Freeracer wer hat die Nase vorn? In diesem Test vergleichen wir zwei der beliebtesten Board- und Segel-Set-ups und erklären die Vor- und Nachteile. ...