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Go for Gold: Toni Wilhelm - Deutschlands Windsurf-Olympionike im Interview - Teil 3


Wow, das klingt wirklich unglaublich professionell! Dabei stehen die Windsurfer, die in den PWA Worldcups antreten viel stärker im Fokus der Medien.
Ich glaube einfach, dass die Worldcups im Funboard-Bereich näher am eigentlichen "Windsurfen" dran sind, wie es jeder Hobby-Windsurfer kennt. Wer würde sich an der Küste schon freiwillig auf ein Raceboard stellen? Das RS:X-Surfen - das soll jetzt nicht falsch klingen - ist deutlich mehr Leistungssport, als das, was im Worldcup passiert. Wir haben im Wettkampf unheimlich hohe Pulswerte über drei Läufe am Tag und das über eine Woche hinweg. Ich glaube, dass unser Fitness-Level mit dem von Triathleten vergleichbar ist. Außerdem ist es glaube ich auch eine andere Herangehensweise. RS:X ist wirklich von A bis Z ein professioneller Sport, ohne, dass das jetzt arrogant klingen soll. Alleine was den Stab angeht, über den wir gerade geredet haben, der sich um eine einzelne Person herum versammelt, um die Leistung zu optimieren. Das wir auf Einheitsmaterial segeln, führt einfach dazu, dass eigentlich nur die Leistung des Windsurfers zählt, und nicht das Material. Auch wenn es natürlich auch Unterscheide beim Einheits-Material gibt. Das ist im Worldcup ja etwas ganz anders. Alleine die Möglichkeiten an verschiedenen Segelgrößen, Finnen und Masten! Das sind so viele Faktoren, die auf die Performance Einfluss haben, dass die Jungs 75% der Zeit nur damit verbringen, das Material richtig einzustellen, anstatt dann irgendwie technisch oder taktisch zu trainieren. Technik und Taktik spielen bei uns einfach eine enorme Rolle.


Go for Gold: Toni Wilhelm - Deutschlands Windsurf-Olympionike im Interview
Go for Gold: Toni Wilhelm - Deutschlands Windsurf-Olympionike im Interview

Apropos Einheitsmaterial, das RS:X wurde bei ja bei seiner Einführung wegen des Konzepts und besonders wegen des Gewichts stark kritisiert. Dann sollte Windsurfen ja vom Kitesurfen verdrängt werden, was zum Glück ja nicht passiert ist. Das Kitematerial sollte jedoch nur durch eine Box-Rule beschränkt werden. Was hältst du von so einer Box-Rule im Windsurfen, bei dem nur die Maximal-Maße des Materials vorgegeben werden, anstatt von Einheitsmaterial?
Die One-Design-Lösung an sich ist schon sehr fair. Es gibt auch Ländern die Möglichkeit mitzumischen, die finanziell vielleicht nicht so üppig ausgestattet sind. Andererseits wird auch das One-Design-Surfen surfen sehr teuer, wenn man dann einmal irgendwo in der Weltspitze angekommen ist. Natürlich gibt es Produktionsmargen und dadurch sind auch Varianzen im Material vorhanden, die wir versuchen irgendwie herauszufinden und zu testen. Da investieren wir auch schon sehr, sehr viel Geld hinein. Aber sobald eine Box-Rule besteht, geht diese Chancengleichheit irgendwo noch mehr verloren. Leute, die dann sehr eng mit großen Marken in Verbindung stehen, haben dann natürlich ganz andere Möglichkeiten an optimales Material heranzukommen. Ich weiß nicht, ob das der Sinn der olympischen Spiele ist. Auf der anderen Seite würde es den Athleten natürlich die Möglichkeit geben, weitaus professioneller und finanziell besser ausgestattet zu sein. Was natürlich auch essenziell ist, um eine Karriere zu starten und auch fortzuführen. Es gibt Punkte dafür und dagegen, was jetzt das letzten Endes das schlauere ist, dass kann ich dir jetzt auch nicht sagen. (lacht)


Go for Gold: Toni Wilhelm - Deutschlands Windsurf-Olympionike im Interview

2012 bist du knapp an der Medaille vorbeigeschrammt. Was ist dein Ziel für Rio und ist das Ergebnis überhaupt planbar?
Leider kann man das nicht planen, das ist das schlimme aber auch das schöne am Segelsport. Unser Sport ist so komplex. Das ist nicht so wie in der Leichtathletik oder wie beim Schwimmen, dass ich, wenn ich ein bestimmtes Trainingsprogramm absolviert habe, recht hohe Chancen habe, diese Leistung auch im Becken oder auf der Leichtathletikbahn abzurufen. Das Spiel mit der Natur führt dazu, dass alles sehr unberechenbar ist. Natürlich ist es mein Ziel, wieder um eine Medaille mitzukämpfen. Ich kann aber nicht sagen, dass ich eine Medaille gewinnen werde, das ist unmöglich. Ich möchte natürlich alles in der Welt versuchen, um da wieder irgendwie heranzukommen. In den kommenden Monaten werde ich alles, alles geben, um wieder in der Lage zu sein, das beste herauszuholen. Was aber noch wichtiger ist, dass ich am Ende von mir behaupten kann, dass ich wirklich alles menschenmögliche versucht habe. Das ich mir nichts vorzuwerfen habe, wenn es denn dann nicht geklappt haben sollte. Aber trotzdem bleibt die Medaille natürlich das Ziel. Wenn du bei den letzten Spielen Vierter geworden bist, kannst du nicht sagen, dass es das Ziel ist unter die Top-10 zu fahren. Das ist es auch nicht.

Weißt du schon was du nach Olympia machen willst? Gibt es da konkrete Pläne oder geht's vielleicht erstmal nur für eine Runde Entspannung in den Urlaub?
Ach, ich werde jetzt erstmal die olympischen Spiele auf mich zukommen lassen, und erst danach entscheiden, was ich tue. Erstmal step by step. Ich freue mich jetzt erst einmal unheimlich auf die kommenden fünf Monate, weil das eine wirklich ganz ganz große Challenge ist, da das Optimum herauszuholen. Ich hab da einfach total Bock drauf, wirklich Gas zu geben. Was danach kommt … das kommt dann danach.

Fotos: STG/Sailing Energy
Interview: Lars Niggemeyer



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