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Graham Ezzy – zum Klönschnack in Hamburg - Teil 3


Bevor wir antworten können, beugt sich der bullige, braungebrannte Hawaiianer über den wackeligen Holztisch zu uns hinüber und sagt: „Trotzdem liebe ich Windsurfen und möchte gerne einmal Weltmeister werden – wer will das nicht?“ Links neben uns setzen sich zwei alte Frauen dazu, wundern sich über die ungewöhnliche Konstellation an Getränken und Sprachen, drehen sich jedoch schnell wieder weg und fangen hysterisch eine wilde Diskussion über die Vor- und Nachteile von Salat an. „Wie ist es denn, mit seinem eigenen Vater zusammenzuarbeiten?“, fragen wir Graham. „Das Dressing macht sehr wohl dick!“, zischt es von links zu uns rüber. Ezzy, von dem ganzen Theater völlig unbeeindruckt, seufzt: „Das kann manchmal sehr kompliziert sein“, und wiederholt: „Wirklich kompliziert.“ Dennoch funktioniert das Team Graham-David einwandfrei und hat einen besonderen Vorteil: „Wir können uns unsere Meinung sagen.“ Zwar gibt es hin und wieder „heftige Diskussionen“, aber stets kommen sie anschließend mit etwas neuem, besseren um die Ecke. Beide scheuen nicht davor, ihre Wünsche sowie Kritik zu äußern, was erst eine gesunde Zusammenarbeit ermöglicht.

Graham Ezzy – zum Klönschnack in Hamburg
Graham Ezzy – zum Klönschnack in Hamburg

Nicht erst heute ist David Ezzy ein gewichtiger Faktor im Leben des Sohnemanns, Sponsor, Familienvater und Arbeitgeber in Personalunion. Auch schon in Kinderjahren unterstützte er Graham, gab ihm Tipps, puschte ihn auch manchmal, als er mit den Wettbewerben anfing und stand ihm stets zur Seite. So auch bei Grahams aller erstem World Cup an seinem Homespot Ho’okipa. „Ich saß damals in der Klasse und bekam einen Anruf von Papa. Einen Tag vorher habe ich hauchdünn die Trials nicht geschafft und war somit der erste Ersatzmann.“ Über den Hörer erfuhr er, dass Windsurflegende Björn Dunkerbeck nicht am Strand auftauchte, was ihn nachrücken ließ: „Wir fuhren schnell zum Spot, wobei ich erfuhr, dass ich gegen den Zweiten der Weltrangliste ranmusste.“ „Warst du gar nicht aufgeregt?“, fragen wir. „Dazu hatte ich ehrlich gesagt überhaupt keine Zeit mehr“, lacht Graham. Hinter seinem Kopf geht über den Häuserdächern die Sonne unter, vor der Roten Flora versammeln sich immer mehr Menschen, Polizeisirenen ertönen im Hintergrund. Graham schaut sich kurz um und erzählt weiter: „Es war unglaublich – ich gewann gegen ihn! Plötzlich stand ich reihenweise Aerials, dabei landete ich zuvor keinen einzigen! In den zehn Heat-Minuten wurde ich so viel besser, das war unbeschreiblich.“ Ein Karrierestart, wie aus einem Film, der ihn auch heute noch Contests lieben lässt. Auf einmal lacht Graham los: „Dabei konnte ich damals überhaupt keinen Sprung, nur Shove-its, haha!“ Für damals reichte es, heute springt der 26-Jährige alles Erdenkliche, konstant und beidseitig.


Graham Ezzy – zum Klönschnack in Hamburg

Die Tour wurde die Jahre danach ein neues Zuhause für den amerikanischen Windsurfrookie. Obwohl die Schule – trotz ihrer Lage im Wassersportparadies – für den Sport nichts übrig hatte und seine Aktivitäten nicht im Entferntesten unterstütze, nahm Graham an immer mehr Events teil. „Ich war ein guter Schüler und hatte super Noten, hauptsächlich Einsen. Und trotzdem musste ich in den Ferien in leeren Klassenräumen nachsitzen, um meine Fehltage nachzuholen. Das war so unglaublich sinnlos!“ Ob er damals ein Klassenclown war, fragen wir ihn. Und geben ihm mit „verrückt“ und „durchgeknallt" noch die Antwortmöglichkeiten B und C. „Ganz früher vielleicht eine Mischung aus allem“, überrascht er uns mit seiner Antwort. „Schnell änderte ich mich dann aber. Durchs Windsurfen hatte ich irgendwann kaum noch Freunde, da ich nur noch auf dem Wasser war.“



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