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Maciek Rutkowski - Slalom braucht keine Regeln!

Der 23-jährige Pole gehört zu den authentischsten und durchgeknalltesten Charakteren der Windsurfszene. Wird irgendwo gelacht, ist Maciek meist nicht weit. Durch sein Auftreten und seine sympathische Art wurde er eine Marke des Sports, ohne auf der World Tour die ganz großen Erfolge verbucht zu haben. Auf dem Wasser bewegt er sich hingegen nicht selten zwischen Genie und Wahnsinn.

Im Gespräch mit WINDSURFERS erklärt der Lockenkopf, wie sich Slalom-Pros und Waverider unterscheiden, weshalb er Matteo Iachino zur Weltranglistenführung verhalf und wieso aus Rutkowski manchmal "Rude"-kowski wird.

Maciek, im Neo hat man schon viele abgefahrene Aktionen von dir erlebt. Aber was für ein Typ bist du eigentlich abseits des Wassers? Und mal die Hand aufs Herz: Was war das Durchgeknallteste, was du je in deinem Leben angestellt hast?
Ich würde ja gerne sagen, ich bin ein normaler Dude abseits des Wassers, aber da würde wohl kaum einer zustimmen (lacht). Ich liebe es mit Freunden rumzuhängen, Witze zu machen, eine gute Zeit zu haben, Sport zu treiben, Musik zu hören, zu lesen, manchmal etwas kreativ zu werden und ab und zu etwas Blödsinn anzustellen. Es ist wirklich schwierig, das Verrückteste herauszustellen, aber es waren wohl einige böse und gute Sachen. Mich als extrem schlechten Surfer in die doppelt-masthohen Wellen Westaustraliens ziehen zu lassen, war definitiv total bescheuert. Aber den höchsten Bungeesprung in Südafrika einfach so zu machen, war auch nicht ohne. Oder einen Schlag auf die Zwölf von Matteo Iachino dermaßen hart zurückzugeben, dass er ohnmächtig wurde! Und plötzlich führte er bis Neu Kaledonien die Weltrangliste an - was sagst du dazu? Vielleicht sollte mir mal jemand genauso hart auf die Nüsse hauen!

Maciek Rutkowski - Slalom braucht keine Regeln!
Maciek Rutkowski - Slalom braucht keine Regeln!

Im Gegensatz zu vielen Windsurfgrößen mischt du gleich in zwei Disziplinen mit und kennst dich in beiden Fahrerlagern verdammt gut aus. Wenn du deine Kollegen im Slalom und der Welle vergleichen müsstest, welche wären für dich die Verrückteren?
Als erstes müsste man dafür 'verrückt' definieren. Slalom ist definitiv ein 'verrückter' Wettbewerb und manchmal kann echte Kriegsatmosphäre herrschen. Die Wave-Jungs sind deutlich 'verrückter', was das Ausprobieren neuer Sachen angeht und stehen für all das, wozu man wirklich Eier in der Hose braucht. Aber um eine Halse bei über 40 Knoten in den Fuerte-Chop zu setzten, braucht man auch ein paar Cojones. Es ist also schwierig eine Gruppe hervorzuheben - dafür sind sie zu unterschiedlich.

Gibt es denn einen Unterschied im Lifestyle?
Oh ja, das kann man wohl sagen! Zuerst einmal geht es beim Slalom fast ausschließlich um Wettbewerbe und Contest-Platzierungen, beim Waveriding ist dies eher nicht der Fall. Bei jeglicher Art von Rennen kann man allerdings auch unmöglich argumentieren, man sei schneller, wenn die Resultate eine andere Sprache sprechen. In der Welle gibt es jedoch durchaus Jungs, die verdammt gut rippen, aber einfach keine Contests mitfahren, beziehungsweise dort nicht ihr Potential abrufen. Natürlich sind auch in anderen Disziplinen Wettbewerbe wichtig, aber sie sagen nicht unbedingt aus, wer der Beste ist. Frage beispielsweise fünf verschiedene Typen, wer ihrer Meinung nach der beste Wavesailor ist, und ich bin mir sicher, dass du fünf verschiedene Antworten erhältst. Das bedeutet also, dass der Lifestyle der Waver in gewisser Weise freier ist. Jeder hat seine eigene Vision und es gibt nicht nur den einen richtigen Weg. Insgesamt ist Slalom mehr ein typischer Sport, wohingegen Waveriding eine Mischung aus Sport und Ausdruck ist, was natürlich in vielen Wegen den Lifestyle beeinflusst. Oder wolltest du nur hören, wer mehr Party macht und die meisten Mädels abbekommt?


Maciek Rutkowski - Slalom braucht keine Regeln!

Apropos Party und Selbstdisziplin: Wie sehr unterscheidet sich eigentlich das Training?
Von den Waveridern trainieren nur ganz einzelne außerhalb des Wassers, während die Racer nahezu allesamt ins Fitnessstudio gehen oder irgendein anderes Workout absolvieren. Thomas (Traversa) gewann letztes Jahr den Weltmeistertitel und verspottete in einem seiner Videos Off-Water-Training. Oder da wäre ein Philip Köster, der gerade zum dritten Mal World Champion wurde und auch kein großer Gym-Fan ist. Beim Slalom ist so etwas undenkbar.

Die Trainingsmethoden auf dem Wasser sind auch nicht miteinander zu vergleichen. So kann man 100 Doubles üben, aber wenn man etwas Klitzekleines falsch macht, landet man keinen einzigen. Wer jedoch 100 Finnen testet, bekommt irgendetwas Gutes dabei heraus. In der Welle kann man wiederum auch mit schlechtem Material rippen, beim Slalom - vergiss es! Das zeigt eigentlich, dass die Racer zu viel testen und die Waver deutlich zu wenig (lacht).

Hinzu kommt, dass Waveriding einen gewissen Style benötigt, was beim Slalom völlig irrelevant ist.



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