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Oliver Tom Schliemann: Teilzeitprofi als Hobby - Teil 2


Derzeit geht der Foil-Hype durch die Decke. Was hältst du von dieser Disziplin? Wird das Formularacing und das klassische RS:X dadurch komplett ersetzt? Ist Foiling massentauglich?
Das Foil gibt es ja schon länger, aber es scheint, als sei jetzt seine Zeit gekommen. Ich war letztes Jahr dabei, als Kornum (Anm. d. Red.: Sebastian Kornum, dänischer Regattafahrer) uns auf dem Formula alle mit seinem Foil auf Sylt gedemütigt hat und mit über einem Kilometer Vorsprung gewann. An Land sagte er noch, er sei ohne Trapez gefahren, weil es nicht anstrengend gewesen sei. Weiterhin wurde gerade erst der Entschluss gefasst, die Disziplin RS:X durch die Disziplin Foil für Olympia 2024zu ersetzen. Deshalb bin ich schon der Meinung, dass Foiling mehr als nur ein Hype sein wird und sich die Disziplin sicher langfristig auf dem Markt etablieren wird. Auch denke ich, dassFoiling massentauglich werden kann. Es wird sich ähnlich wie mit normalem Windsurfmaterial verhalten, womit ich meine, dass es Foils für fast jede Könnerstufe geben wird. Das Foil von Nais hz.B. zählt zu denen, die sich eher einfacher fahren lassen und dann gibt bereits jetzt schon Wettkampffoils wie das F4 von Neilpryde, für das man deutlich mehr Training benötigt, um es beherrschen zu können. Aber ich denke, dass wir uns noch ganz am Anfang dieser Entwicklung befinden und in den nächsten Jahren diesbezüglich viel passieren wird. Ich stand bis jetzt erst zweimal auf dem Foil und finde es spannend, brauche aber mehr Wasserzeit, um eventuell mal an Wettkämpfen dieser Disziplin teilzunehmen.


Oliver Tom Schliemann: Teilzeitprofi als Hobby
Seit über 15 Jahren ist OTS Teilnehmer beim Worldcup auf Sylt

Dein Name taucht seit Jahren bei Events immer wieder in den Ergebnislisten auf. Du hast sogar auf Sylt einmal Björn Dunkerbeck hinter dir gelassen. Für einen Platz "ganz weit oben" hat es bisher im Slalom und Formula nicht gereicht. Woran liegt das?
Man muss im Leben immer schwierige Entscheidungen treffen. Meine habe ich direkt mit 18 nach meinem Abitur getroffen. Die Frage war: Profi-Karriere oder Ausbildung? Ich habe mich damals für ein Studium entschieden, denn mir war damals schon bewusst, dass der Traum vom Profidasein, beispielsweise mit einer schweren Verletzung schnell vorbei sein kann. Stünde man dann ohne Ausbildung, würde es das Leben nicht gerade einfacher gestalten. Direkt nach dem Studium hatte ich die Gelegenheit mich Selbstständig zu machen und wollte diese unbedingt nutzen. Dafür war es notwendig, dem Norden den Rücken zu kehren und in eine zentralere Lage Deutschlands zu ziehen. Deshalb konnte ich in den letzten Jahren, weder die Zeit für das Training aufbringen, noch das notwendige Material bereithalten, um ganz vorne mitzufahren. Deshalb versuche ich seitdem die Events ganz ohne Leistungsdruck zu genießen und freue mich gleichzeitig die Fortschritte des Nachwuchses zu beobachten, wobei ich jederzeit gern mit Rat und Erfahrung zur Seite stehe.


Oliver Tom Schliemann: Teilzeitprofi als Hobby
Aber auch vor bayrischen Seen macht er nicht halt

Abschließend würde uns noch interessieren, wo du den Windsurf-Sport und deine Windsurf-Karriere in 10 Jahren siehst und was sich bis dahin ändern und etablieren wird.
Meine professionelle Surfkarriere ist, wenn wir ehrlich sind, schon länger vorbei. Seitdem ich mich vor vier Jahren beruflich selbstständig gemacht habe, betreibe ich den Sport nur noch als Hobby. Ich nutze meine Freizeit und auch Urlaube gerne fürs Windsurfen und freue mich auf den Events Freunde zu treffen. Natürlich habe ich meinen Ehrgeiz nicht verloren, weshalb ich weiterhin versuche bestmögliche Ergebnisse einzufahren, aber in den letzten Jahren ist der Sport so professionell und trainingsintensiv geworden, dass man als Berufstätiger, der sich nicht voll aufs Training fokussieren kann, kaum mehr eine Chance hat vorne mitzufahren. Für mich steht der Spaß in den letzten Jahren deshalb im Vordergrund.

Ich hoffe, dass der Sport wiederauflebt und wir mehr Nachwuchs generieren können. Diesbezüglich könnte die Entscheidung die Disziplin Foil als neue Olympiaklasse zu entwickeln helfen, die Vereinsarbeit wieder voranzutreiben.

Interview: Fabian Grundmann
Bilder: Instagram ots1001, privat, John Carter/PWA





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