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Tilo Eber

Der 25-jährige Freestyler im Gespräch über seine jüngsten Erfolge auf der PWA-Tour.

<b>Tilo, herzlichen Glückwunsch erst mal und vielen Dank , dass du direkt vorbei schaust. Du musst müde sein. Aber wie ich hörte war vor allem deine Anreise eine echte Odyssee?
Das kann man wohl sagen! Der Hinweg war die reinste Hölle. Um 4.00 Uhr morgens, quasi mit dem Sonnenaufgang war ich noch auf Fehmarn surfen. Quasi eine letzte Trainingssession über deren Sinn man sich wohl streiten kann. Um 12.00 Uhr mittags ging mein Flug ab Hamburg. Es war also richtig hektisch. Die Verbindung ging mit ewig langem Aufenthalt über Miami. Nach 36 Stunden bin ich dann auf Bonaire angekommen und wusste dann nicht mal wo ich schlafen soll. Taty Frans hat mich vom Flughafen abgeholt und irgendwo hingebracht, wo ich dann pennen konnte. Da haben mir noch Moskitos die Nacht zur Hölle gemacht. Am nächsten Morgen war ich total fertig und musste sofort aufs Wasser.

Das lief doch großartig, du bist direkt ins Viertelfinale gekommen und musstest dich nur Gollito Estredo geschlagen geben.
Ja, am Ende war alles gut. Aber der Tag fing grausam an. Ich hab mir gleich beim ersten Schlag ein Feilchen zugezogen und musste mein Auge tapen. Als ich wieder raus aufs Wasser bin, habe ich mein Board gebrochen. Das war eine halbe Stunde vor dem 1. Heat. Mein JP-Teamkollege Ian Mouro Remos aus Brasilien hat mir dann einen 2012er Prototypen geliehen. Da war der Tag für mich eigentlich schon gelaufen. Aber das Ganze hatte ein Gutes. Ich war nicht nervös. Ich dachte, schlechter kann es sowieso nicht mehr werden und bin völlig befreit, ohne zu denken, meine Heats gefahren. Und plötzlich lief es. Während ich in Vietnam und Podersdorf total aufgeregt gefahren bin, war ich jetzt die Ruhe selbst – und habe meine Heats gewonnen.

Tilo Eber
Tilo Eber

Diese Ruhe hast du offensichtlich in die kommenden Heats und Eliminations mitgenommen. Du bist auf Bonaire und dann auf Aruba jeweils unter die Top 10 in der Double Elimination gefahren.
Ja, das hat mich auch sehr gefreut, dass meine Ergebnisse so konstant waren. Man tankt natürlich Selbstvertrauen, wenn man vorne mitfährt. Und das hat mir dann geholfen. Jetzt will ich mal hoffen, dass ich nicht das Sebastian Deisler Syndrom bekomme und mir selbst zu viel Druck mache (lacht).

Wenn ich richtig in den Ergebnislisten geschaut habe, bist du jetzt der beste JP/NeilPryde Fahrer auf der Tour. Hat das Telefon schon geklingelt?
Das ist tatsächlich so. Ich habe ja in den vergangenen Wochen jeden JP/NeilPryde Fahrer im Heat geschlagen. Über NeilPryde kamen Glückwünsche und die Ansage, dass sich Martin Brandner (Der Brandmanager von JP, Anm. d. Red.) auf Fuerteventura mit mir treffen will.

Jetzt winken die großen Sponsorenverträge?
Na ja, die wollen mal wissen wie mein Planungen sind. Ob ich mich auf die Tour konzentrieren will, oder ob mein Studium im Vordergrund stehen wird. Mir wurde aber angedeutet, dass ich bessere Unterstützung bekommen kann, wenn ich die Tour mit fahre.


Tilo Eber

Wo wir beim Thema sind. Warum sitzt du überhaupt hier? Morgen beginnt der Freestyle-Worldcup auf Lanzarote.
Irgendwann muss man ja mal studieren. Ich hatte eh schon argen Stress mit meinen Dozenten, als ich die letzten 2 Wochen ausgehandelt habe. Das wollte ich nicht überreizen. Ich will mir in Ruhe Gedanken machen, wie es weiter geht. Es kommen ja auch noch zwei Events, die ich mitfahren kann. Dann bin ich 5 von 6 Events in diesem Jahr gefahren. Das ist für einen wirklich praktizierenden Studenten nicht schlecht (lacht).

Fuerteventura und Sylt. Wie sind denn jetzt deine Ziele für dieses Jahr? Mit welchem Platz im PWA Jahres-Ranking wärst du zufrieden?
Top 16, dann kann ich nächstes Jahr umsonst wohnen (lacht).

Tilo, ich danke dir für das Gespräch. Jetzt fahr mal lieber zu deiner Freundin, sonst gibt’s noch Ärger.

Interview: Ingo Meyer
Fotos: PWA/John Carter

Tilo wir von JP, NeilPryde, Calm Wear und Winheller Finnen unterstützt.



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