WINDSURFERS HOME
WINDSURFERS auf Facebook WINDSURFERS auf Twitter WINDSURFERS auf Google+ WINDSURFERS auf Instagram
 

Werner Kosellek - der heimliche Pionier des Windsurf-Foils

Es gibt sie – die Leute im Sport die nicht im Rampenlicht stehen und trotzdem ihren kleinen Teil zum großen Ganzen beitragen, während sie im Hintergrund „still und heimlich“ ihr Ding machen. Die Bastler, Tüftler - manch einer mag sie Freaks nennen - die Stück für Stück in Handarbeit an ihrer eignen kleinen Windsurfwelt basteln. Werner Kosellek ist einer von ihnen.

Seit über 40 Jahren tüftelt Werner in seiner Hinterhofwerkstatt in Kiel an kleinen und großen Dingen rund ums Windsurfen, aber nicht um finanziellen Profit zu machen, sondern aus Leidenschaft. Er ist quasi der Pionier des Windsurf-Foils. Sein nicht immer einfacher Charakter, den er sich selbst gegenüber auch eingesteht, ist wohl mitverantwortlich, dass uns dieser „Trend“ erst heute auf einer anderen Ebene übers Wasser gleiten lässt. Mit seinen 72 Jahren ist er körperlich und geistig immer noch top-fit. WINDSURFERS hat Werner zum Interview getroffen, um etwas mehr über den manchmal etwas kauzig wirkenden Mann, der im Sommer oft mit Schlapphut und Fernglas die Eckernförder-Bucht und ihre Surfer im Blick hat, zu erfahren.

Werner Kosellek - der heimliche Pionier des Windsurf-Foils
Werner Kosellek - der heimliche Pionier des Windsurf-Foils

Werner, du selber baust seit vielen Jahren Finnen und Foils. Früher bist du selber im Speed mitgefahren. Wie bist du eigentlich zum Windsurfen gekommen?
Das war 1976. Etwa 1973 ist das Windsurfen nach Deutschland gekommen, 1974 habe ich einen Fernsehbericht darüber gesehen, zusammen mit meiner damaligen Frau, und hab gleich gesagt „Das wäre ein Sport für mich!“. 1975 hab ich dann noch irgendwas gesehen und da waren auch schon einige Kieler dabei und dann hab ich mein erstes gebrauchtes Material von dem Mitbewohner eines Bekannten gekauft. 1350 D-Mark waren das damals glaube ich für alles zusammen. Ich hatte keine seglerischen Erfahrungen und bin einfach aufs Brett gestiegen, zweieinhalb Stunden immer wieder hochgezogen und das Segel ist immer wieder reingefallen - das war 'ne wackelige Angelegenheit. Dann hab ich mich an den Strand gesetzt, 10 Minuten Pause gemacht, es nochmal probiert und auf einmal konnte ich hin- und herfahren. Von dem Punkt an war ich angefixt!


Werner Kosellek - der heimliche Pionier des Windsurf-Foils

Und wie bist du ans Basteln gekommen?
Das hat bei mir im Grunde was mit Faulheit zu tun (lacht). Ich konnte keinen einzigen Knoten und die Gabeln wurden ja damals mit einem Stoppersteg befestigt - das war mir natürlich viel zu viel Arbeit. Also hab' ich was entwickelt: Ich hab' mir dann ein Rundteil gedreht, genau auf den Durchmesser des Masts Millimetergenau angepasst und das rutschte dann ja nicht mehr. So musste ich das nur ranhängen und mit einem Schäkel befestigen. 1977 hab ich dann meine erste Finne gebaut, mit Schaumkern innen drin. Früher habe ich meine Formen für die Finnen noch aus Silikon gebaut, bin dann aber auf Gips umgestiegen, sonst ist das viel zu teuer, ich hatte ja andauernd was Neues. Ich hab' auch mal eine eigene Box entwickelt, wo die Finnen nicht kaputt gehen: Wenn man irgendwo gegen fährt, kommt sie raus und ist dann an einem Gummi befestigt. Dadurch werden weder Finnenkasten noch Finne beschädigt. Ich hab' so viele Sachen gemacht... Ich hab' ja auch Reparaturen gemacht, ich habe im Grunde die erste breite Gabel gebaut, hinten am Achterliek, da hab' ich einen ganzen Winter dran gearbeitet. Die hab' ich dann an Tekknosport weitergegeben und gesagt „die könnt ihr dann ja jetzt produzieren“, da haben die nur gelacht und meinten, für die paar Laute im DWC, die das gebrauchen können, lohnt das nicht. Zwei Monate später gab es die dann auf dem Markt (Werner kramt in einem Karton und holt ein Foto raus).

Das ist das Board mit dem ich sie alle geschlagen habe, mit einem Hüpferli Segel... die Mastfüße waren immer sehr weit vorne und dies hier ist anders. Weißt du warum? Die Boards waren ja damals sehr lang und ich hatte einen VW Bus und von der Rückenlehne zur Heckklappe hab' ich nur 2,75m Platz - und danach hab' ich das Brett gebaut. 1979 oder 1980 war das. Ich hab' einen Hartschaum genommen und eine Schablone gemacht und mit der hab' ich das Brett gebaut, ganz genau. Zu dieser Zeit war der Mastfuß bei 1,80m - 1,90m, der hier ist bei 1,35m - fast wie heutzutage. Es gab kein Brett wo das zu der Zeit sonst so war, ein Zufall durch meinen VW Bus.



Alle Bilder (18):
Werner Kosellek: Der Herr der Foils
Maciek Rutkowski, Sylt
Alle Hersteller bieten mittlerweile Foils in diversen Technologien und Designs an
Werner testet seine Foils natürlich auch mit Begeisterung selbst
Ein Foil für alle Fälle
Nur fliegen ist schöner
Enthalten viel Ingenieurskunst, und Detail- Handarbeit: Prototypen von Werner
Formenbau in Werners Werkstatt
Faszination Foilen
Jedes Detail wird von Werner sorgfältig geprüft
Work in progress
Julien Quentel
Gonzalo Costa Hoevel
Foilen: Spaß mit kleinen Segeln auch bei wenig Wind
Antoine Questel
Ein wenig Nostalgie zwischen moderner Technik
Ready for takeoff
Prototypen, die aussortiert wurden


PEOPLE


Werner Kosellek: Der heimliche Pionier des Windsurf-Foils

Werner Kosellek

Der heimliche Pionier des Windsurf-Foils

Es gibt sie – die Leute im Sport die nicht im Rampenlicht steh ...
Nic Hibdige im Interview: Her mit Hand Drags und Duck Jibes!

Nic Hibdige im Interview

Her mit Hand Drags und Duck Jibes!

Nic Hibdige ist Windsurfprofi, zumindest gehört er zu den ...
Bandscheibenvorfall: Plötzliches Saisonaus für Vincent Langer

Bandscheibenvorfall

Plötzliches Saisonaus für Vincent Langer

Vincent Langer hat bei der Deutschen Meisterschaft im August ordentlic ...

MORE PEOPLE


'Ich bin nicht der beste Freestyler der Welt': Ein Interview mit dem besten Freestyler der Welt

'Ich bin nicht der beste Freestyler der Welt'

Ein Interview mit dem besten Freestyler der Welt

Gollito Estredo ist die ultimative Wettkampf-Maschine. Im WINDSURFERS-Interview zeigt er sich von seiner menschlichen Seite. ...
Dany Bruch startet durch: Der Gründer von Bruch Boards im Interview

Dany Bruch startet durch

Der Gründer von Bruch Boards im Interview

Heißt es jetzt Diamond Boards oder Bruch Boards? Wir haben Gründer Dany Bruch bei seinem Wave-Worldcup auf Teneriffa persönlich gefragt. ...
Oliver Tom Schliemann: Teilzeitprofi als Hobby

Oliver Tom Schliemann

Teilzeitprofi als Hobby

Oliver Tom Schliemann alias "OTS" ist jedem deutschen Regattafahrer ein Begriff. Nicht nur als Dauerteilnehmer beim Weltcup auf Sylt taucht OT in den Ergebnislisten häufig mi ...
Niclas Nebelung: Die neue Nummer 1 im Freestyle

Niclas Nebelung

Die neue Nummer 1 im Freestyle

Freestyle- und Wirtschaftsinformatik-Karriere statt Fußballprofi. Niclas Nebelung mischt die Windsurfszene auf ungewöhnliche Art und Weise auf. Das Supertalent im WIND ...
Sechs Monate Pause nach Doppelfraktur: Alessio Stillrich über seine Horror-Verletzung

Sechs Monate Pause nach Doppelfraktur

Alessio Stillrich über seine Horror-Verletzung

Ein Sturz mit fatalen Folgen - im WINDSURFERS-Interview berichtet Alessio Stillrich, über eine dramatische Rettungsaktion und ob er sich wieder komplett erholen wird. ...
Fleißig. Ehrgeizig. Perfektionistisch.: Deutschlands Slalom-Hoffnung Michele Becker im Interview

Fleißig. Ehrgeizig. Perfektionistisch.

Deutschlands Slalom-Hoffnung Michele Becker im Interview

Der zweifache Deutsche Jugend-Meister Michele Becker befindet sich gerade auf Teneriffa zu einem dreimonatigem Trainings-Camp. Jetzt, wo der 19-Jährige aus Bargtehe ...
Der Trainer der Stars: Josep Pons im Interview

Der Trainer der Stars

Josep Pons im Interview

Wave-Worldcupper Josep Pons ist der bekannteste Windsurf-Trainer der Welt. Von der Powerhalse bis zum Pushloop-Forward, vom Anfänger bis zum Profi - er kann jedem weiterhelfe ...
Vincent Langer über seine neue Marke VINC Wetsuits: 'Es gibt genug Schrott auf dem Markt.'

Vincent Langer über seine neue Marke VINC Wetsuits

'Es gibt genug Schrott auf dem Markt.'

Vincent Langer rebelliert mit einer eigenen Neopren-Marke gegen die etablierten Industrie-Giganten. ...
Spaniens neues Supertalent: Marc Paré im Interview

Spaniens neues Supertalent

Marc Paré im Interview

Der junge Spanier Marc Paré gilt als das größte Talent der Worldtour. Wird er der neue Víctor Fernández? Der zweifache PWA Youth-Weltmeister im WINDSURFERS Interview. ...
Alessio Stillrich im Interview: Team Germany beim Windsurf World Cup Sylt 2017

Alessio Stillrich im Interview

Team Germany beim Windsurf World Cup Sylt 2017

Mit Leon Jamaer zusammen hat Alessio Stillrich dieses Jahr auf Sylt den neunten Platz beim Waveriding erreicht. In der Overall-Wertung ist er damit ...
Valentin Böckler im Interview: Team Germany beim Windsurf World Cup Sylt 2017

Valentin Böckler im Interview

Team Germany beim Windsurf World Cup Sylt 2017

Das Team Germany beim Windsurf World Cup auf Sylt im Interview: Heute Freestyler Valentin Böckler. ...
Caro Weber im Interview: Team Germany beim Windsurf World Cup Sylt 2017

Caro Weber im Interview

Team Germany beim Windsurf World Cup Sylt 2017

Das Team Germany beim Windsurf World Cup auf Sylt im Interview: Heute Waveriderin Caro Weber. ...
Klaas Voget im Interview: Team Germany beim Windsurf World Cup Sylt 2017

Klaas Voget im Interview

Team Germany beim Windsurf World Cup Sylt 2017

Das Team Germany beim Windsurf World Cup auf Sylt im Interview: Heute Waverider Klaas Voget. ...
Julian Wiemar im Interview: Team Germany beim Windsurf World Cup Sylt 2017

Julian Wiemar im Interview

Team Germany beim Windsurf World Cup Sylt 2017

Das Team Germany beim Windsurf World Cup auf Sylt im Interview: Heute Freestyler Julian Wiemar. ...