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Curacao statt Sauerland - Shania Raphael berichtet von Ihrem Schuljahr in der Karibik - Teil 3


Am Mittwoch haben wir eine geile Film-Session. Von One-Handed Eslidern über fette Konos bis hin zu Air-Skopu Versuchen haben wir alles auf Video. Aber zu viel Glück an einem Tag gibt’s dann doch nicht – ich trete in einen Seeigel. Für mich ist der Tag gelaufen, wir können die Stachel aber am Abend rausziehen, so, dass ich am nächsten Tag wieder aufs Wasser kann. Der nächste Tag startet früh, um nicht zu sagen sehr früh. Um vier Uhr stehen wir auf, da wir für eine kurze Doku filmen wollen. Meine Gastbrüder Richard und Ryan versichern mir am Vorabend, dass sie um vier Uhr dann auch definitiv wach sind und wir auf jeden Fall um viertel vor fünf losfahren. Als ich dann am nächsten Morgen um 4:15 Uhr in der Küche stehe, ist niemand zu sehen. Wenn die beiden fünf Minuten später nicht mit einem verschlafenen "Hey, good morning!" ins Wohnzimmer gekommen wären, hätte ich sie wahrscheinlich eigenhändig gekillt. Doch das frühe Aufstehen hat sich gelohnt. Wir kommen im Dunkeln am Wasser an, Ryan macht ein Lagerfeuer und wir setzten uns gemütlich in eine kleine Hütte am Ufer. Von dort aus können wir den leider etwas bewölkten aber dennoch wunderschönen Sonnenaufgang beobachten. Man spürt den leichten, noch etwas kühlen Wind auf der Haut, die Sonne scheint einem ins Gesicht und man merkt, wie es langsam wärmer wird. Es wird heller und heller und es kommen immer mehr Leute. Allerdings ist dies der einzige Tag der kompletten Woche, an dem uns der Wind im Stich lässt. Trotzdem reicht es für ein paar Leichtwind-Moves. Da wir auch eine Drohne zur Verfügung haben, haben wir am Ende trotz mangelndem Windes traumhafte Aufnahmen.

Curacao statt Sauerland - Shania Raphael berichtet von Ihrem Schuljahr in der Karibik
Curacao statt Sauerland - Shania Raphael berichtet von Ihrem Schuljahr in der Karibik

Freitags kommt der Wind dann zurück und ich bin mit 4.0 teilweise überpowert. Die Session ist echt geil, bis ich mir den Fuß an einer scharfen Muschel aufschneide. Doch es ist nicht allzu schlimm – denke ich zu diesem Zeitpunkt zumindest.

Die nächsten Tage sind genau so perfekt; Wind für 4.0 oder 4.4, warmes, türkis-blaues Wasser, Sonne und "Caribbean Vibes". Ich habe nun das Leben, von dem ich träume, seitdem ich surfe. Allerdings fängt im Laufe des Sonntags mein Fuß immer mehr an zu schmerzen. Durch die Fußschlaufen und das Salzwasser ist der zuvor "harmlose, kleine Schnitt" zu einer tiefen, schmerzhaften Wunde geworden. Diagnose: Zwei Wochen nicht aufs Wasser. Unlucky in Paradise! Eigentlich egal, weil morgen die Schule wieder startet. So kann ich mich wenigstens ungestört auf meinen Bildschirm konzentrieren. Ab jetzt heißt es wieder: Um Zehn vor Sechs aufstehen, um vier Uhr erst zu Hause sein und unter der Woche kein Surfen. Doch die erste Schulwoche nach den Ferien vergeht schnell und ehe ich mich versehe, singt die Radio-Moderatorin pünktlich wie immer um Sieben "Friday, Friday, Friday, Friday!". Am Abend wird dann gefeiert, da mein Gastvater Geburtstag hat.


Curacao statt Sauerland - Shania Raphael berichtet von Ihrem Schuljahr in der Karibik

Jetzt liege ich erst mal mit einer Grippe im Bett. Zugegeben: Das hätte besser laufen können. Nun bin ich schon drei Wochen auf Curacao, die Zeit verging wie im Flug. Die ersten zwei Wochen waren wie Urlaub, doch jetzt fange ich an, das Ganze so richtig zu realisieren. Ich begreife, dass ich hier nun für ein halbes Jahr leben werde. Diese Erkenntnis macht mich traurig und glücklich zugleich. Ich weiß, dass ich die Möglichkeit habe, das zu tun, wovon viele andere nicht einmal zu träumen wagen. Doch ich weiß auch, dass ich meine Eltern für mehr als drei Monate nicht sehen werde. Meinen Bruder und den Rest der Familie ein halbes Jahr nicht. Sechs Monate! Eine verdammt lange Zeit. Letztes Jahr war ich für fast fünf Wochen auf Sao Vicente auf den Kap Verden. Allerdings waren dort einige Leute, die ich vorher schon kannte. Und es waren fünf Monate weniger. Ich habe das Gefühl, dass ein wenig Heimweh dazugehört und gar nicht so schlecht ist.

Obwohl ich meine Familie und meine Freunde in Deutschland ganz schön vermisse, habe ich hier eine geile Zeit, coole neue Freunde und eine super Gast-Familie. Ich denke, dass ich hier noch eine tolle Zeit verbringen werde und noch einiges erleben und lernen werde. Jetzt hoffe ich aber erst mal, dass ich bald die Karibik wieder in vollen Zügen genießen kann – ohne Krankheit oder Verletzung. Denn wenn ich so aus dem Fenster gucke und den Wind in den Palmen und die White-Caps auf dem Ozean sehe, dann will ich nichts mehr als surfen!



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