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Spotguide Mauritius: Null Bock auf Kompromisse - Teil 2


Le Morne – Manawa
Manawas Beziehung zu One Eye ist wie die zwischen Kain und Abel. Denn obwohl Manawa ohne Mühen in der Liga der Großen mitspielen könnte, wird sie im Schatten von One Eye kaum beachtet. Zu Unrecht: Denn Manawa hat eigentlich die grauenhafte Bezeichnung „perfekte Welle“ verdient. Im Normalfall masthoch und mit jeder Menge Schulter ausgestattet, bietet sie alles, was Windsurfer-Herzen höher schlagen lässt. Der Vorteil: Manawa hat ein tiefes Riff und ist somit nahezu ungefährlich. Außerdem bricht sie sauber, aber längst nicht so schnell wie One Eye. Hier fühlen sich alle guten Waverider wohl, die nach ihrem Urlaub gerne ihr Material wieder mit zurück nach Deutschland nehmen wollen. Manawa auf einen Blick: Die besten Bedingungen gibt es bei Lowtide, Ost-Südostwind und einer nicht zu westlichen Swellrichtung.

Le Morne – Small Reef
Zwischen diesen zwei Giganten gibt es das Small Reef, so etwas wie der Grandplatz vorm Fußballstadion. Hier können sich alle austoben, die in Manawa oder One Eye um ihr Leben fürchten würden. Small Reef bietet Bedingungen zum Abreiten und Springen, ist etwas kabbelig, aber durch die flache Lagune fußläufig(!) vom Strand erreichbar. Am besten bei Lowtide surfen, um sauberere Wellen abzugreifen. Die bevorzugte Windrichtung ist ebenfalls Ost-Südost, allerdings gibt es mehr Spielraum für südliche Winde.

Le Morne – Plateau Rouge
Plateau Rouge ist der Ausweichspot für alle One-Eye-Pilgerer. Gerade bei südlicheren Winden, wenn es sonst überall zu auflandig wird, bietet dieser Spot die besten Bedingungen in Le Morne. Zwischen Small Reef und Manawa gelegen, läuft Plateau Rouge etwas mehr offshore, was gerade die Wellenreiter lieben. Wer Aerials üben will, ist hier am besten aufgehoben. Eine steile Section bietet jede Menge Kicker, um den Move ohne viel Talent über die Bühne zu bringen.

Le Morne – Lagoon
Wer auf Wellen keine Lust hat, findet in Le Morne trotzdem die passenden Bedingungen. Schließlich schirmen die Riffe eine gigantische Lagune ab, die beinahe überall Stehtiefe hat. Durch den konkaven Strand sind Freestyler, Freerider und Anfänger bei wahlweise auf- oder ablandigen Winden hier gleich gut aufgehoben. Herrscht starke Ebbe, muss man auf einige flache Steine und Riffe aufpassen.


Spotguide Mauritius: Null Bock auf Kompromisse
Spotguide Mauritius: Null Bock auf Kompromisse

Grave Yards
An der Südspitze der Insel, gut eine Stunde von Le Morne entfernt, befindet sich ein weiterer Wavespot, der nicht nur einen angsteinflößenden Namen hat. Schließlich ist der Einstieg bei einem Friedhof und auch das Riff ist nicht ungefährlich. Die Linkswelle funktioniert am besten bei östlichen Winden, wenn es in Le Morne zu ablandig wird.

Bel Ombre
Zwischen Grave Yards und Le Morne liegt Bel Ombre, ein weiterer Spot für östliche Windrichtungen. Ähnlich wie in Le Morne gibt es hier verschiedene Bedingungen. Die Wellen eignen sich zum Abreiten und Springen, die Lagune ist bis zu 300 Meter vom Ufer weg stehtief. Hotels und Surfstationen bieten eine gute Infrastruktur. In Bel Ombre hat man die häufigsten Windtage, aber dafür im Schnitt weniger starken Wind als in Le Morne.

Point D’Esny
An der Ostküste liegt Point D’Esny, so etwas wie das Kite-Mekka von Mauritius. Allerdings lockt die tiefe, große Lagune auch zahlreiche Windsurfer, die ein Foil nutzen oder Slalom trainieren. Schließlich ist hier das Wasser drei Meter tief und somit tief genug für lange Finnen.

Anse La Raie
Obwohl der Süden der Hotspot für alle Windsurfer, gerade Waverider, ist, gibt es auch im Norden ein paar Spots. Das Zentrum verkörpert Anse La Raie, wo neben Le Morne die zweite Ion-Club-Station der Insel liegt. Anfänger, Freerider und Freestyler finden eine riesige Lagune (ein bis zwei Kilometer breite), Wind von rechts und eine geschützte Bucht.


Spotguide Mauritius: Null Bock auf Kompromisse

Saison
Ab Mai beginnt die Windsaison auf Mauritius. Während des deutschen Hochsommers ist ebenso ein beliebter Zeitpunkt für Wind und Wellen wie während unserer Herbstmonate Oktober und November. Die Windwahrscheinlichkeit liegt in der Saison (Mai bis November) bei 80 Prozent.

Wohnen
Mauritius hat bei Europäern den Ruf, das St. Tropez des Indischen Ozeans zu sein. Ganz so stimmt es nicht, lediglich im Norden ist das Vorurteil nicht komplett von der Hand zu weisen, wo die Küsten mit diversen teuren Restaurants und Hotels zugepflastert sind. Anders der Süden um Le Morne: Für Urlauber bietet sich die gesamte Palette an Unterkünften, von günstigen Zimmern bis zu teuren Luxushotels. Das Maximum an Komfort und Kosten gibt es im Heritage Le Telfair. Wer lieber privat lebt, findet bei Tom Hartmann und SION die besten Unterkünfte. Zimmer gibt es ab 20 Euro, Wohnungen (bis vier Personen) ab 60 Euro und Villen ab 160 Euro pro Tag. Unmittelbar um Le Morne gelegen, ist die Lage seiner Immobilien unschlagbar und die Betreuung für Windsurfer, wohl die beste, die man in Mauritius bekommen kann.

Material
Wer sein Material nicht mitschleppen möchte, hat zwei sehr gute Möglichkeiten, Bretter und Segel zu leihen. Einmal gibt es vom Ion Club North-/Fanatic-Equipment, mit dem man sogar auf die Riffe darf, oder man leiht sich Goya-/Quattro-Equipment bei SION, das ebenfalls für die Wellen zugelassen ist und wahlweise pro Tag oder als Set (1 Board, zwei Segel) für einen beliebigen Zeitraum ausgeliehen werden kann.


Anreise
Zahlreiche Airlines bieten Flüge von Deutschland nach Mauritius, darunter Fly Emirates, Air France, Air Mauritius, KLM, Lufthansa und weitere. Flugkosten liegen je nach Saison und Abflugsort üblicherweise zwischen 500 und 800 Euro. Mauritius’ Airport liegt im Osten der Insel – Taxis sind ähnlich teuer wie hier – deshalb lohnt es sich, einen Mietwagen am Flughafen zu leihen. Besonders Pick-ups sind preiswert (25 Euro/Tag). Mehr Infos gibt es hier.

Fotos: Amelie Gleichentheil, Tom Hartmann, Fritz Lüders



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