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Performance vs. Geldbeutel - sind 100% Masten ihr Geld wert?

Wir haben Masten mit 100% und 30% Carbon genauer unter die Lupe genommen. Wie gravierend ist der Unterschied? Und lohnt sich die Investition in mehr Carbon überhaupt?

Wenn es um den Carbongehalt von Windsurf-Masten geht, dann gilt nicht die Devise „Weniger ist mehr“, sondern „Mehr ist mehr“. Es stellt sich also die Frage, wieso der Kohleanteil im Spargel trotzdem eines der meist diskutierten Themen im Bereich Equipment ist, und wieso wir uns damit befassen. Ganz einfach: Wer hat ernsthaft schon einmal überprüft, was für ein „Plus" ein 100% Mast überhaupt bringt, und ob es sich lohnt, für dieses „Plus" deutlich mehr Geld auszugeben? Unser Testteam um Adrian Jones ist der Frage nachgegangen.

Bei der riesigen Auswahl an Carbon-Masten auf den Markt, haben wir uns entschieden, einen 100% Mast gegen einen Mast mit 30% Carbongehalt antreten zu lassen. Das Ziel war festzustellen, ob und was den Mast mit dem höheren Carbongehalt besser macht, und zu versuchen, dies nachvollziehbar zu machen, um euch etwas für eure eigene Entscheidung in die Hand zu geben.

Performance vs. Geldbeutel - sind 100% Masten ihr Geld wert?
Performance vs. Geldbeutel - sind 100% Masten ihr Geld wert?

Preis - 2,9-fach höher
Der Preis für das „Mehr“ ist einfach zu bemessen, jeder von euch kann die Preise jedes Masts auf dem Markt ergooglen. Wir nahmen zwei 460 cm Masten mit Standard-Durchmesser von Simmer als Beispiel. Anstatt den 100% Mast könnte man sich für dieselbe Summe fast drei 30% Masten kaufen. Das sollte man sich erst einmal auf der Zunge zergehen lassen. Ist ein fast drei mal so teurer Mast auch dreimal so gut? Folgende Kriterien machen einen guten Mast aus: Er sollte leicht sein, ein gutes Handling haben und dem Segel eine große Windrange, mehr Kontrolle und Speed geben.

Gewicht - 1,7-fach niedriger
Beginnen wir erst einmal mit dem offensichtlichsten Vorteil hoher Carbonanteile – das Gewicht. Unser 100% Mast wog 1,74 kg während der 30%ige ganze 2,95 kg auf die Waage brachte. Aber knapp über 1 kg Gewicht mehr rechtfertigen noch lange keine 290% Preisaufschlag.

Handling - 1,3-fach besser
Ein Rigg mit gutem Handling macht Windsurfen sowohl einfacher als auch spaßiger. Die Rate der gestandenen Manöver steigt, da sich kleine Fehler mit einem leichteren Rigg viel schneller und leichter retten lassen. Aber auch auf der Geraden zahlt sich ein besseres Handling aus. Ein leichtes Rigg fühlt sich reaktionsschneller an, ist fahrstabiler, lässt sich leichter anpumpen und auf einmal wirkt auch dein Brett spritziger.

Im direkten Test des Simmer 100% Masts gegen den 30%igen ließ sich ein deutlich bemerkbarer Unterschied feststellen. Der 100% Mast machte das Rigg leichter und auch agiler. Aber der Unterschied war nicht so groß, wie man vielleicht denken könnte. Dreifach besser? Definitiv nicht. Gezwungen unseren natürlich subjektiven Einschätzungen eine greifbare Zahl zu geben, würden wir schätzen, dass 1,3 eine gute Größe ist.

Wind Range - 1,2-fach größer
Die Wind Range eines Segels ist eines der wichtigsten Aspekte beim Windsurfen. Einfach jeder Will der Erste auf dem Wasser sein und der Letzte, der Umbauen muss. Es gibt keinen Zweifel daran, dass das Segel auf einem 100% Mast besser steht – sowohl optisch als auch im Einsatz. Auf dem Wasser kamen wir mit 100% Carbon merkbar früher ins Rutschen, als mit 30%. Das komplette Rigg wurde leichter, in Böen reaktiver und reaktionsschneller und besser beim Pumpen. Auch am oberen Ende sahnte der 100% Mast ab, das Rigg blieb deutlich ruhiger. Wir würden sagen, dass der teurere Mast deinem Segel ein Windrange-Plus von 20% gibt. Merkbar ist dieses Plus dank der extra Stabilität und Kontrolle besonders am oberen Ende.

Speed und Beschleunigung - 1,1-fach besser
Einmal gebogen, kehrt ein Mast mit höherem Carbon-Anteil schneller in seine alte Form zurück. Das bedeutet, dass jedes mal, wenn der Mast von einer Böe oder einer Kabbelwelle gebogen wird, flext der Mast (und damit auch das Segel) schneller in seine natürliche Position zurück. Auf dem Wasser fühlt sich das Rigg mit dem 100% Mast deswegen schärfer und reaktionsschneller an, während der billigere Mast das Rigg schwammiger und unbestimmter werden ließ. Dies hatte einerseits einen Effekt auf das Handling, andererseits wurde aber auch der Speed und die Beschleunigung schlechter. Der Highend-Mast war reaktionsschneller und lieferte somit auch den besseren Speed. In Zahlen ausgedrückt war der Speed und die Beschleunigung mit dem 100% Mast 1,1 mal besser als mit dem 30% Mast.

Das leidige Thema Mastbruch
Ein weiterer nicht zu vernachlässigender, überaus spaßbremsender Faktor sind brechende Masten. Nichts kann einem den Urlaub so gründlich vermiesen wie ein frischer Mast, den man am Strand enthusiastisch aus der Verpackung befreit hat, der aber nur ganze zwanzig Minuten hält, bevor er sich in einen Dreiteiler verwandelt. Dazu kommt dann der Ärger mit der Reklamation und oft noch zeitaufwendige und teure Segelreparaturen. Es ist leider nicht nur ein Gerücht, dass die Hersteller mit diversen Produktionsreihen immer wieder mit (viel zu) hohen Bruchraten zu kämpfen haben. Natürlich kann man immer Pech haben, und einen Mast mit Produktionsfehler erwischen. Trotzdem ist es für jeden Mastkäufer ratsam, sich vorher - z.B. im Surfshop - einmal über die Bruchraten der Mastreihen unterschiedlicher Marken zu informieren. Hier bestehen oft erhebliche Unterschiede und oft sind die teuersten Masten nicht unbedingt die bruchfestesten.

Performance vs. Geldbeutel - sind 100% Masten ihr Geld wert?

Ergebnis
Zusammengefasst kann man sagen, dass es keinen Zweifel an den Fakten gibt: Ein höherer Carbon-Anteil des Masts macht das Rigg leichter, verschafft ihm ein besseres Handling, und verbessert insgesamt die Performance. Der Knackpunkt ist in diesem Fall die Vorteilen in das Verhältnis zu den Mehrkosten zusetzten. Auch wenn der 100% Mast
  • 1,7 mal leichter war,
  • 1,3 mal besseres Handling,
  • 1,2 mal mehr Windrange und
  • 1,1 mal mehr Speed und Beschleunigung hatte,
war er dennoch 2,9 mal so teuer. Für den dreifachen Preis bekommt man also ein Gesamt-Performance-Plus von kaum 30%.

Einfacher ausgedrückt: Der 100% Mast ist zwar besser – aber nicht drei mal so gut. Ob man sich das leisten kann ist eine Sache zwischen dir und deiner Bank. Aber will man auch so viel Geld in ein vergleichsweise geringes Performance-Plus stecken? Unsere Meinung: ein bedingtes Ja! Es müssen ja nicht gleich 100% sein. 60% – 75% sind zum Beispiel ein guter Kompromiss. Windsurfen ist ein Funsport und mit mehr Carbon wirst du tatsächlich mehr Spaß auf dem Wasser haben. Einem „armen Studenten“ nützen 100% Carbon nichts, wenn er wegen der Investition in neue Masten ein Jahr lang nicht in den wohlverdienten Surfurlaub kann. In unserer Redaktion fährt aufgrund der hohen Kosten niemand 100% Masten, nicht einmal der Chefredakteur, obwohl er die Masten sicherlich zu besseren Konditionen erhält, als der Großteil der Windsurfer.

„Die Preise sind für 100% Masten sind für mich außerhalb einer realistischen Preisspanne. Ich fahre seit Jahren einen Carbonanteil von 65% und halte das Preis/Leistungsverhältnis für deutlich besser.“ - Ingo Meyer

Wie haltet ihr es mit dem "schwarzen Gold"? Kommentiert eure Meinung!









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