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PWA Maui 2016: Leon Jamaer schlägt Ex-Weltmeister

Masthoch in Ho'okipa. Jamaer schon in der dritten Runde. Moritz Mauch ebenfalls weiter.

Endlich! Nach zwei Lay Days ist der herbeigesehnte Swell endlich an der Northshore von Maui/Hawaii angekommen und feuerte Logo- bis Mast-hohe Wellen an den Strand des Ho'okipa Beach Parks. Hier wird im Rahmen des prestigeträchtigen Aloha Classic entschieden, wer den Weltmeisterpokal in der Königsdisziplin mit nach Hause nehmen darf. Sowohl die Single Elimination der Herren als auch der Damen wurde gestartet, bei den Damen sind nun nur noch die Top-8 übrig, bei dem 48-Mann-starkem Feld der Herren wurde die komplette erste Runde ausgetragen.

Herren
Gleich im ersten Heat des Tages ging es richtig zur Sache: Levi Siver, Maui-Legende und Aloha Classic Champion von 2013 stand gegen den zweifachen Wave-Weltmeister Josh Angulo, ebenfalls ein Kind der North Shore, und Naish-Manager Michi Schweiger. Mittendrin der Kieler Leon Jamaer, aufgewachsen an der kalten Nord- und Ostsee. Diesen "Nachteil" merkte man dem Nordlicht jedoch kaum an. Er fuhr angstbefreit direkt unter die Lippe und feuerte sich in einen fetten Aerial, den er im Flat landete. Das hätte ihn um ein Haar sein Material gekostet - aber er entkam den berühmten "Rocks" ohne Kratzer. Die Punktzahl stimmte auf jeden Fall und so musste sich Angulo mit dem dritten Platz hinter Jamaer begnügen. Levi Siver war derweil on fire und gewann den Heat.

PWA Maui 2016: Leon Jamaer schlägt Ex-Weltmeister

Shaper-Guru Keith Taboul zeigte im nächsten Heat, dass er auch ein unglaublich begabter Windsurfer ist und gewann den Heat mit vertikalem Top-to-bottom Waveriding. Der 15-jährige Jake Schettewi, der gestern bei der Youth's Division gewann, wurde Zweiter. Einen Heat weiter ließ Mr. Big Wave Jason Polakow nichts anbrennen und sicherte sich mit seinen Trademark Late-Hits den Einzug in die zweite Runde. Moritz Mauch hatte noch ein wenig Probleme mit der Wave-Selection, aber die Aerials saßen, was ihm den zweiten Platz bescherte.

Local-Hero Graham Ezzy machte Heat 5 zu einem echten Hingucker. Er ritt seinen Homspot in seinem ganz eigenen Style - mit dynamischen Turns, agressiven Cutbacks und smoothen Takas. Er präsentiert sich auf jeden Fall als Podiumskandidat. Ebenfalls immer ein heißer Tipp ist Windsurfing-Godfather Robby Naish. Nach der ersten Verletzung seiner Karriere ist der 53-Jährige vielleicht erst wieder seit ein paar Wochen auf dem Wasser - aber man hat es ihm kein Stück angemerkt. Mit seinen unvergleichlichen irgendwie oldschooligen Turns versägte er seine Konkurrenten und zog in die zweite Runde ein. Dort kann er unter anderem Kauli Seadi und Kevin Pritchard das Leben schwer machen.

Im vorletzten Heat der ersten Runde war Waterman Kai Lenny der Favorit. Der 24-Jährige hat schon x-fache SUP-Weltmeistertitel und ist auch auf der WSL Big Wave Tour ein gehypter Newcomer. Er gewann dominant vor dem jungen Franzosen Loick Lesauvage. Letztes Jahr wurde Kai Lenny Achter - aber je größer die Wellen werden, desto gefährlicher wird er. Sein Naish-Teamkollege Bernd Rödiger zeigte einen Heat weiter, wieso er beim Aloha Classic in 2013 schon im Finale stand. Der 20-Jährige produzierte mit einem Turn in eine brutale Pocket und einem Goiter off the lip eine der höchsten Wellen-Wertungen des Tages. Roediger könnte es in dieser Single definitiv noch weit schaffen. Ebenfalls weiter ist Red Bull Storm Chase Kandidat Julien Taboulet aus Frankreich.


PWA Maui 2016: Leon Jamaer schlägt Ex-Weltmeister

In der zweiten Runde behielt Levi Siver weiterhin seine exzellente Form bei und gewann den Heat vor Robby Swift, aktuell fünfter der Worldtour. Ex-Freestyle-Weltmeister Diony Guadagnino und Jake Schettewi mussten den kürzeren ziehen. Heat 10 war der letzte Heat des Tages. Leider waren nur drei Fahrer dabei, da der Westaustralier Jaeger Stone sich gestern unglücklich beim Training verletzt hat und deswegen nicht teilnehmen konnte. Antoine Martin, Keith Taboul und Leon Jamaer mussten in einem extrem knappen Heat trotzdem alles geben. Der Franzose Martin sammelte überraschend mit 9,55 Punkten die höchste Punktzahl des Tages: Nach einem einhändigen Aerial meißelte er direkt einen weiteren Turn in die Welle und feuerte in der End-Section noch einen Goiter raus. Martin fand jedoch keine zweite Welle, sodass er nicht in die nächste Runde einzog. Jamaer war ebenfalls hochmotiviert und zeigte einen stylischen Head-throw-Aerial und versuchte einen Wave-360, gewann letztendlich aber aufgrund seiner besseren Wave-Selection. Erster wurde Quatro-Shaper Keith Teboul mit seinen wellenreitartigen Turns.

Damen
Bei den Damen sind dieses Jahr viele unbekannte Namen dabei. So gab die japanische Wave-Meisterin Motoko Sato von Anfang an den Ton an. Die 44-Jährige gewann beide ihrer Heats dank exzellenter Wave-Selection und guter Performance auf der Welle dominant. Junko Nagoshi, auch aus Japan, buchte ihr Ticket ins Halbfinale, genau wie die mehrfache AWT-Meisterin Ingrid Larouche und Maui-Local Tatiana Howard. Nach dem Ausscheiden von Lena Erdil sind Alice Arutkin und Sarah Quita Offringa die einzigen verbliebenen PWA Rider. Sie müssen sich nun auf der unteren Seite des Halbfinales gegen die 19-jährige Fiona Wylde und Sato durchsetzen.

Die Bedingungen sehen für heute Abend wieder hervorragend aus, es lohnt sich also wieder gegen 23h einen Blick in den Livestream zu werfen. Wir halten euch hier natürlich weiter auf dem Laufenden.

Stay tuned!

Fotos: PWA/John Carter


Alle Bilder (16):
Bernd Roediger: Fetter Goiter.
Hat schon alles erreicht - außer einen Aloha Classic Sieg: Kai Lenny.
Magic Maui: Sonnenaufgang über den Bergen im Westen der Insel.
Jake Schettewi: Erst 15 aber oho!
Style-Master: Graham Ezzy.
Mr. Big Wave: Jason Polakow.
Schon in der dritten Runde: Leon Jamaer.
Local Hero: Levi Siver.
Beim Warmfahren: Klaas Voget.
Der Godfather: Robby Naish.
Zwei Legenden: Robby und Jason teilen sich eine Welle.
Der Naish-Manager: Michi Schweiger.
Wir immer besser in der Welle: Sarah-Quita Offringa.
Im Halbfinale: Sarah Hauser.
Dominant: Sato aus Japan.
Der Enkel des Windsurf-Erfinders: Zane Schweitzer.






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