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Er loopt wieder: Philip Köster - das erste Interview nach seiner Verletzung

Wegen Kreuzbandriss war er sechs Monate nicht Surfen. Der dreifache Wave-Weltmeister Philip Köster im ersten WINDSURFERS-Interview seit seiner Verletzung.

Rund sechs Monate nach seiner schweren Verletzung ist Philip Köster nun endlich wieder zurück auf dem Wasser – und er loopt wieder! Köster wurde schon früh als "Wunderkind" bezeichnet und schaffte es tatsächlich 2011 im Alter von nur 17 Jahren seinen ersten Weltmeistertitel in der Königsdisziplin Waveriding zu gewinnen. Nur Windsurf-Legende Robby Naish wurde früher Champion. Außerdem gelang ihm der bisher höchste Sprung in der Geschichte des Windsurfens. Auch in 2012 und 2015 war er auf der Worldtour eine Klasse für sich und holte Titel Nr. 2 und 3. Spätestens jetzt wurde Köster neben Naish und Dunkerbeck zum absoluten Aushängeschild des Windsurfens, zu den Wettkämpfen kamen Sportler-Galas und regelmäßige Auftritte im Fernsehen. Auch in der Saison 2016 lief es für den inzwischen 23-Jährigen zunächst wieder hervorragend, die Titelverteidigung war jedoch noch nicht in trockenen Tüchern. Nach der Kanarentour der PWA flog Köster nach Australien, um sich auf die nächsten Worldcups im dänischen Klitmøller und auf Sylt vorzubereiten. Auch wenn die Bedingungen dort denen der chaotischen Nordsee nicht unbedingt ähnlich sind – Australien besticht nicht nur durch Weltklassebedingungen. Besonders die Leere der Spots zog Köster an. Mit viel Platz auf dem Wasser und sicher vor neugierigen Blicken wollte er sich für die Titelverteidigung in Topform bringen. Stattdessen kam es anders. Bei einem Sturz zog sich der deutsche Waverider einen Kreuz- und Innenbandriss sowie einen Meniskusschaden im rechten Knie zu. Statt im Worldcup die Konkurrenz mit staubtrockenen Doubles in Grund und Boden zu surfen, ging es mit dem ersten Flieger nach Hamburg in den OP. Die Saison? Gelaufen. Die Titelverteidigung? Mit 4101 Punkten auf Platz 2 der Gesamtwertung liegend, unmöglich.

Er loopt wieder: Philip Köster - das erste Interview nach seiner Verletzung
Er loopt wieder: Philip Köster - das erste Interview nach seiner Verletzung

Dies war im September letzten Jahres. Nach der Operation musste sich Köster durch die Reha kämpfen. Auf's Wasser ging es höchstens zum Schwimmen, später auch mit dem SUP. Man möchte sich kaum ausmalen, wie es für den Ausnahme-Windsurfer gewesen sein muss, von seinem Fenster aus die Windsurfer am Strand von Vargas zu beobachten. Aber es ging voran: Inzwischen wurde Köster schon wieder auf dem Board gesichtet und es gibt auch erste kleine Clips, in denen man ihn ein paar spaßige Freestyle-Tricks im Flachwasser springen sieht. Wird er zum Saison-Auftakt am 9. Juli in seiner Heimat Gran Canaria wieder fit sein? Wir haben ihn Abends nach einer seiner ersten Trainings-Sessions nach der Verletzungspause erwischt.

Hi Philip! Wie geht es dir und was macht dein Knie?
Mir geht es prima! Ich denke ehrlich gesagt ziemlich wenig an mein Knie, der Stand der Genesung ist also sehr gut. Ich war über eine lange Zeit auf Teneriffa in sehr intensiver Reha-Behandlung bei dem Physiotherapeuten Michal Novotny. Nun bin ich auf Gran Canaria und versuche wieder ganz "normal" zu surfen.

Du kannst inzwischen ja endlich wieder auf's Wasser. Wie hat sich für dich die erste Session nach der Verletzungspause angefühlt?
Wahnsinnig gut und befreiend! Ich war sofort wieder in meinem Element. Ich musste mich nur zurückhalten nicht sofort wieder loszuspringen, haha.

Auf Facebook sieht man bisher nur ein paar Wave-Moves wie Backside-360s von dir. Kannst du denn inzwischen auch wieder springen? Zum Beispiel deine Trademark-Doppelten?
Mit den Doppelloops warte ich noch, aber moderate Backloops mache ich schon wieder. Generell lasse ich mir einfach Zeit, denn bis Pozo ist es noch lange hin.


Er loopt wieder: Philip Köster - das erste Interview nach seiner Verletzung

Na klar, lieber er einmal einen Gang runterschalten. Wie genau ist der Unfall damals eigentlich passiert?
In Australien hatten wir echt massive Wellen. Dummerweise ist mein hinterer Fuß während eines Aerials aus der Schlaufe gerutscht. Ich konnte dann nichts mehr machen und wurde von sechs Meter hohen Wellen gewaschen.

War es deine bisher schlimmste Verletzung?
Ja. Mein Kreuzband ist gerissen, mein Innenband angerissen und mein Meniskus war lädiert. Ich bin dann mit meinem Trainingspartner direkt nach Hamburg, zu Professor Dr. Karl-Heinz Frosch von der Asklepios Klinik und wurde operiert. Meine Vorbereitung in Australien war perfekt, ich war topfit. Und dann passiert mir so etwas, ausgerechnet in der letzten Trainingseinheit.

Glaubst du, eine solche Erfahrung hält dich in Zukunft zurück, verrückte Moves wie den Triple-Loop zu probieren?
Nein, ich gehe auf jeden Fall wieder auf's Ganze, wenn ich das Gefühl habe 100% fit zu sein. Auf Sparflamme surfen macht keinen Spaß.



Alle Bilder (32):
Philip hat bei Severne ein eigenes Segel: Das Blade Pro.
Endlich wieder Windsurfen: Philip ist happy.
Worldcup-Repertoire: Bei Aerials kann auch mal etwas schief gehen.
Nach Kreuzbandriss musste Philip sechs Monate pausieren.
Auf seinen Starboards holte Philip schon drei Weltmeistertitel.
Philips Eltern wanderten von Hamburg nach Gran Canaria aus.
Malerisch: Sonnenuntergang in Western Australia.
Super Team: Philip mit Vater Rolf.
Nach der Verletzung ging Philip viel mit Freundin Marca Notar auf's Wasser.
Super-Erfolgreich: Schon drei Weltmeistertitel konnte Philip gewinnen.
Zuhause: Philip auf Gran Canaria.
Sein Spezialgebiet: Massive Sprünge in der ersten Minute jedes Heats.
Goiter: Philip kann's im Zweifel auch freihändig.
Waveriding: Im Worldcup muss man manchmal nehmen, was kommt.
Radikal: Tweaked Pushloop.
Glücklich: Philip mit ein paar seiner Spielzeuge.
Freundin Manca ist auch bei Red Bull als SUP-Athletin unter Vertrag.
Nach der Reha konnte Philip zunächst nur schwimmen, danach kam das SUP.
Geburtstagsgeschenk: Maui präsentiert ein paar nette SUP-Wellen.
Physiotherapeut Michal Novotny hatte die Aufgabe den Champ wieder fit zu machen.
Share the wave: Philip mit Freundin Manca Notar.
Rehabilitation: Philip ist froh, dass sein Training inzwischen hauptsächlich auf dem Wasser stattfindet.
Nicht nur Springen: Auch solche Power-Turns gehören zu Philips eigenem Style.
Entwicklungsarbeit: Philip mit einigen wenigen Prototypen.
Trademark: Philip mit einem knochentrockenen Double.
Einhändiger Goiter: Kinderspiel für den dreifachen Weltmeister.
Die Welle, auf der Philip sich verletzte, war sechs Meter hoch.
Stylisch: Noch später kann man einen Late Hit nicht ansetzen.
BOOM! Spray bis in die Stratosphäre.
Wie man viel Spray erzeugt? Mit Kraft, Geschwindigkeit und viel Technik!
Pushloop-Forward-Wahnsinn: Nach dieser Rückwärs-Rotation setzt Philip gleich zum Vorwärtsloop an.
Watzzzz: Philip weiß die Judges zu beeindrucken.






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