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Road to Rio - Toni Wilhelm

Noch drei Monate bis zu den Olympischen Spielen 2016. Wir haben Deutschlands Windsurf-Olympionike Toni Wilhelm mitten in der heißen Phase der Vorbereitungen für ein Interview getroffen. Nach seinem vierten Platz in Weymouth, will er jetzt Nägel mit Köpfen machen.

In drei Monaten bist du gerade auf dem Wasser und fährst hoffentlich um eine Medaille. Wie geht es dir damit?
Wir sind gerade natürlich noch in den Vorbereitungen, aber immerhin quasi schon auf der Zielgeraden. In den letzten zwei Wochen hatte ich trotzdem Zeit für ein wenig Erholung. Es war mir wichtig, in der heißen Phase von Januar bis August auch noch ein bisschen Erholung zu haben. Letztes Jahr haben wir meiner Meinung nach den Fehler gemacht, eben keine Pause eingelegt zu haben, sodass ich dann beim olympischen Test-Event quasi ausgebrannt angereist bin. Das wollte ich natürlich mit den Spielen direkt vor der Haustür vermeiden. Die Trainingsphase von Januar bis Anfang Mai war unheimlich intensiv, dafür fühle ich mich jetzt sehr gut, weil ich weiß, dass wir bisher einen guten Job gemacht haben. Jetzt haben wir noch Zeit für den Feinschliff, um das Beste aus mir herauszuholen. Ich bin positiv eingestellt und ich freue mich auf die kommenden Monate.

Road to Rio - Toni Wilhelm
Road to Rio - Toni Wilhelm

Rio 2016 sind deine dritten Olympischen Spiele. Wie sieht es mit den Nerven aus? Wird man da abgebrüht oder ist man noch so aufgeregt wie beim ersten Mal?
Ich glaube, dass die olympischen Spiele etwas so besonderes sind, dass man immer - egal wie viele man davon bereits bestritten hat - aufgeregt ist. Das ist ganz klar. Es ist aber eher eine positive Aufregung als einen negative. Natürlich kann ich von meinen Erfahrungen bei den letzten zwei olympischen Spielen zehren, aber kurz davor und am ersten Tag werde ich ganz klar aufgeregt sein. Aber das ist ein Gefühl, dass du bei keinen anderen Event wirklich durchleben kannst. Diese Aufregung ist das, wofür du vier Jahre lang gearbeitet hast. Deshalb bin ich definitiv aufgeregt, aber das ist mehr die Vorfreude als alles andere.

Was die körperliche Fitness angeht, bis du wahrscheinlich gerade auf absolutem Top-Niveau…
Gerade gestern hatte ich eine Leistungs-Diagnostik beim Olympiastützpunkt in Stuttgart. Die Ergebnisse sind definitiv sehr, sehr gut - wohl wissend, dass wir noch viele sehr, sehr harte Einheiten vor uns haben. Aber zu wissen, dass ich jetzt schon auf einem so guten physischen Stand bin, stimmt natürlich positiv für die Olympischen Spiele.


Road to Rio - Toni Wilhelm

Das Mindset und die körperliche Fitness sind also schon da. Im letzten Interview meintest du, dass du dich besonders durch Regatta-Praxis auf Olympia vorbereitest. Wie waren die Rennen, seitdem wir das letzte Mal miteinander geredet haben?
Eigentlich wurde es immer besser! Ich hatte dir ja schon erzählt, dass ich bei der WM nicht so zufrieden mit meinem Ergebnis war. Danach hatten wir einen großen Wettkampf auf Mallorca, bei dem ich Fünfter geworden bin. Das war ein bisschen unglücklich, da ich im Medal-Race zwei Punkte hinter Platz Zwei lag, aber ich mir kurz nach dem Start Seegras eingefangen habe. Dadurch bin ich aus der Fahrt gekommen, musste Wenden, rückwärts fahren, dann war das Seegras immer noch nicht ganz weg! Dann habe ich versucht das Zeug bei voller Fahrt durch kleine Sprünge loszuwerden, bis es dann endlich geklappt hatte. Das Problem war nur, dass eine Seite bevorzugt war und mit einer Wende zu viel war das Spiel dann eigentlich auch schon zu Ende. Das war brutal ärgerlich, weil ich mir eigentlich gewünscht hätte, da eine Medaille zu gewinnen. Aber besser so ein Missgeschick passiert jetzt als bei den Olympischen Spielen. Das sind Sachen die passieren, die kann man nicht kontrollieren. Aber trotzdem bin ich einen saubere Regatta gefahren. Ich hatte noch ein bisschen zu kämpfen mit Speed-Problemen. Die waren aber glaube ich eher durch das Material bedingt. Daran arbeiten wir in den kommenden zwei Wochen. Es sind Tests vorgesehen, damit wir mit optimalem Material zu den Spielen fahren können. Außerdem hatten wir noch einen Worldcup in Frankreich, in Hyeres. Das lief vom Ergebnis auch nicht so wie ich mir das gewünscht habe. Letztendlich bin ich nur Achter geworden, was OK ist, aber eben auch nur OK. Was trotzdem wichtig war ist, dass ich einige Top-3 Platzierungen gefahren bin und sehen konnte, dass ich in der Lage bin aufs Podium zu fahren. In dem Event hat mir ein bisschen die Konstanz gefehlt, ich hatte zwei drei Ausrutscher, die zwar bei den wechselhaften Bedingungen, die wir hatten, nicht weiter schlimm waren, weil sich jeder welche eingefangen hat. Trotzdem waren einfach noch ein paar kleine Fehler dabei. Aber grundsätzlich waren beide Events sehr positiv. Ich bin definitiv wieder ganz vorne mit dabei!









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